Betrieb seit 40 Jahren

Nachfolger für Skilift auf dem Hohen Gras gesucht

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Kassel/Baunatal. Wenn es Winter wird im Habichtswald, dann packen viele Familien Schlitten und Skier ein und starten zum Hohen Gras. Auf Kassels Hausberg (615 Meter) gibt es seit über 40 Jahren einen Skilift.

Seit 1997 wird der 450 Meter lange Ankerlift samt Fluchtlichtanlage, Pistenraupe und Schneekanone von der Familie Bröffel betrieben. Doch nach dieser Saison soll Schluss sein. Gerda und Edde Bröffel, 77 und 78 Jahre alt, wollen altersbedingt aufhören. Eine Nachfolge ist noch nicht in Sicht.

„Weil es ein Lebenswerk ist, möchten wir es gerne erhalten“, sagt Gerda Bröffel. Viel Geld und Zeit hätten sie und ihr Mann in die Anlage gesteckt. Immer wieder standen Reparaturen von Liftanlage und Zusatzausstattung an. In jedem Winter hat Edde die 510 Meter lange Piste zusätzlich mit weißen Flocken aus seiner Schneekanone beschneit – manchmal die ganze Nacht hindurch. Wasser und Strom musste er aus der eigenen Tasche zahlen.

Der Pachtvertrag über den Betrieb des Liftes zwischen Bröffel und der Stadt läuft Ende März 2017 aus. Der Vertrag zwischen der Stadt und Hessen Forst wurde jetzt für die Suche nach einem Nachfolger noch einmal für ein Jahr verlängert. Doch wie es danach weiter geht, ist derzeit völlig offen. Sollte sich kein Interessent finden, erläutert der 78-jährige Skiliftchef, dann müsse der Lift laut Vertrag zurückgebaut werden. Die Möglichkeit zur Skiabfahrt würde damit aus dem Habichtswald verschwinden.

Die Betreiber haben deshalb den Kontakt zu Stadtkämmerer Christian Geselle (SPD) gesucht. „Dass der Lift kommunal betrieben wird, das funktioniert nicht“, sagt Geselle. Es könne am Hohen Gras nur eine private Lösung geben. Die Suche nach einem Verein oder einem privaten Betreiber will der Kämmerer unterstützen. Die Aktion könne man im Kasseler Sportamt koordinieren.

„Das hat hier im Winter doch auch etwas mit Lebensqualität zu tun“, betont Geselle. „Wir sollten versuchen, das aufrecht zu erhalten.“ Erste Gespräche gibt es mit der Skiabteilung des KSV Baunatal. Das bestätigt Abteilungsleiter Daniel Sobotta auf Anfrage der HNA. Er schlägt vor, eine Aktion „Rettet den Skilift“ ins Leben zu rufen.

Ob sich der Baunataler Verein selbst an der Anlage und am Betrieb beteiligen werde, das lässt Sobotta noch offen. Erst müsse man wissen, was der Lift kosten solle und welche weiteren Folgebelastungen auf den Verein zukämen, sagt er. Er regt ebenfalls eine Kooperation mit der Stadt Kassel und der Stadt Baunatal an. Schließlich kämen auch viele Skifahrer aus dem Umfeld der VW-Stadt.

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