Nachwuchs von Bedürftigen:

Programm finanziert Schulmaterial, Nachhilfe, Ausflüge und Vereinsbeiträge

+
Der Schulbesuch wird immer teurer: Vor allem Kindern und Jugendlichen von Bedürftigen fehlt häufig das Geld für vernünftiges Lernmaterial. Unser Bild zeigt eine Klasse aus einer Schule in Frankfurt.

Baunatal. Mitfahren bei der Klassenfahrt, mit Gleichaltrigen im Verein Sport treiben und einfach in der Schule Stifte, Zirkel und Lineal dabei haben. Das ist nicht für alle Kinder selbstverständlich.

Ärmere Familien haben es oft schwer, den Ansprüchen - von der Ferienfreizeit bis zum Musikschulunterricht - gerecht zu werden. Deshalb werden Kinder und Jugendliche von Bedürftigen seit einigen Jahren mit Geld aus dem Bildungs- und Teilhabepaket des Staates unterstützt. Die Nachfrage nach dem Geld ist im Landkreis Kassel gestiegen.

„61,2 Prozent der 3162 bedürftigen Kinder und Jugendlichen, die Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch II erhalten, haben 2013 im Landkreis Kassel von den Leistungen des Bildungs- und Teilhabepakets profitiert“, erläutert Vizelandrätin Susanne Selbert. Im Vorjahr habe diese Quote noch bei rund 41 Prozent gelegen. Mit dem Wert von 2013 liege der Kreis weit über der Landesquote von 49,7 Prozent, so Selbert.

Noch größer ist der Bedarf in der Stadt Kassel. 73,4 Prozent der 5615 bedürftigen Kinder und Jugendlichen haben 2013 in Kassel von den Leistungen des Paketes profitiert, so Stadtsprecher Sascha Stiebing. Im Jahr 2012 habe die Quote bei 59 Prozent gelegen.

Ursula Harms

Bei der Nachfrage nach den Förderleistungen gibt es Unterschiede: Laut Selbert wird besonders der Bereich für Schulbedarf genutzt. Dort liege die Quote bei 100 Prozent. Am geringsten nachgefragt werde Unterstützung durch Lernförderung, beispielsweise Nachhilfeunterricht und Lerntherapie.

Auch Freizeitaktivitäten werden mit dem Programm gefördert. 83 Kinder und Jugendlich sind beispielsweise in den Abteilungen des KSV Baunatal dabei, der mit über 6000 Mitgliedern größter Sportverein im Landkreis ist.

Die Sache laufe problemlos, sagt KSV-Präsidentin Ursula Harms. „Die Eltern kommen mit einem Antrag hierher“, erläutert sie. Abgerechnet werde dann mit den Jobcentern von Landkreis oder Stadt. Bis zu zehn Euro pro Monat Zuschuss zum Vereinsbeitrag gebe es dann über das Programm. „Das ist für die Kinder eine gute Sache“, betont die KSV-Präsidentin. Zwei kleine Hürden nennt Harms dann noch: Die Antragstellung sei etwas bürokratisch, sagt sie. Und vielleicht könnten noch mehr von den Angeboten profitieren, wenn das Programm bekannter wäre.

„Unser Ziel ist es, dass möglichst viele Anspruchsberechtigte die vorhandenen Födermöglichkeiten auch nutzen“, sagt Vizelandrätin Susanne Selbert.

Informationen gibt es unter:

www.landkreiskassel.de

www.jobcenter-landkreis-kassel.de

Von Sven Kühling

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.