Fünf Frauen und 14 Männer wurden bei der Feuerwehr in Fuldatal zu Truppführern

Nachwuchs fit gemacht

Praktische Prüfung: Truppführerin Sarah Mund an der „brennenden Werkstatt“.

Fuldatal. Fünf junge Feuerwehrfrauen und 14 Feuerwehrmänner haben jetzt die nächste Stufe der Ausbildung erklommen. Die Wehrleute aus Bad Emstal, Fuldatal, Helsa, Kaufungen, Lohfelden, Naumburg und Nieste legten die Prüfung zum Truppführer ab. Sie nahmen über zwei Wochen an einem Lehrgang im Ausbildungsstandort Ihringshausen teil.

Die jungen Einsatzkräfte besaßen bereits Grundkenntnisse über erforderliche Sofortmaßnahmen in Notsituationen von der Brandbekämpfung über technische Hilfeleistung bei Verkehrsunfällen, Menschen- und Tierrettung bis zur Vermeidung von Schadensausbreitung.

„Üben, üben und nochmals üben. Damit jeder Handgriff aus dem Tiefschlaf heraus sitzt. Das kann Leben retten.“

Timo Schröder Ausbilder

Alle Teilnehmer füllten zu Beginn anonym einen Fragebogen zu ihrem Leistungsstand aus. Auf der einen Seite erhielten die Kreisausbilder Stephan Bader (Fuldatal), Achim Horlebein (Kaufungen) und Timo Schröder (Helsa) einen Eindruck vom Wissensstand der Gruppe.

Auf der anderen Seite erkannte jeder Teilnehmer, wo noch Lernbedarf bestand. Dabei geht es keineswegs um eine schulische Bewertung. Unbedachtsamkeiten oder kleine Fehler können bei einem Einsatz lebensbedrohende Folgen haben. Dies wurde in der Praxis simuliert. So mussten die jungen Wehrleute in einem Abschnitt der Prüfung mittels Steckleiter in den zweiten Stock eines Gebäudes gelangen. In der Simulation stürzte währenddessen das Treppenhaus ein.

Beim Aufsteigen über die Leiter sei es zum Beispiel wichtig, dass an den Sprossen und nicht rechts und links an den Holmen angefasst werde, erfuhren die Lehrgangsteilnehmer. Rutschen in fünf Meter Höhe bei strömendem Regen plötzlich die Füße weg, muss man sich mit den Händen an einer Sprosse festhalten können. Andernfalls geht es gefährlich abwärts.

Ausgebildete Truppführer übernehmen bei der Feuerwehr große Verantwortung. Bei einem Alarm bekommen sie vor Ort einen Truppmann zugewiesen. Sie haben dafür zu sorgen, dass auch dieser den Einsatz unbeschadet übersteht. So war ein Bestandteil der praktischen Prüfung, unter Atemschutzausrüstung mit Strahlrohr in eine brennende Werkstatt mit Gefahrgut vorzudringen. Es galt, die Lage zu erkunden und in diesem Fall die explosionsträchtigen Sauerstoffflaschen ins Freie zu befördern.

Der Truppführer ist dabei für das eigene Leben und das der begleitenden Kameraden verantwortlich.

Ausbilder Timo Schröder gab zum Abschluss des Lehrgangs allen Teilnehmern eindringlich einen Rat mit auf den weiteren Weg: „Üben, üben und nochmals üben. Damit jeder Handgriff aus dem Tiefschlaf heraus sitzt. Das kann Leben retten.“ (mic)

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