Rund 500 Gäste kamen zum Wandertreffen nach Kaufungen - Familien werden umworben

Nachwuchs für Schusters Rappen

Märchenhafter Weg: Frau Holle (Marlin Stoffels aus Hessisch Lichtenau) und die „beiden Schwestern“ Melodie Paul und Sarah Käse (Dritte und Erste von rechts) warben für den Grimmsteig. Foto: Dilling 

Kaufungen. Wandern ist in, Wandern ist gesund, und in Kaufungen besonders reizvoll: Rund 500 Mitglieder der Zweigvereine des Hessisch-Waldeckischen Gebirgs- und Heimatvereins (HWGHV) kamen am Wochenende nach Kaufungen, um zu laufen, Erfahrungen auszutauschen und vor allem, um für das Wandern im Verein zu werben.

Immer mehr attraktive Wanderrouten entstehen in der Region - vor allem dank des großen ehrenamtlichen Einsatzes des HWGHV. Dennoch ist die Welt der Fans von Schusters Rappen nicht so heil, wie sie sein sollte: Bei der Wanderung am Sonntag nach dem ökumenischen Gottesdienst in der Kaufunger Stiftskirche zeigte sich, wo das Problem liegt. Vorwiegend Wanderer im gestandenen Alter, jung gebliebene, naturverbundene und gesundheitsbewusste Rentner, aber wenig junge Leute starteten zu den drei vom Zweigverein Niederkaufungen ausgearbeiteten Touren.

Die Wandervereine hätten Probleme wie andere Vereine auch, sagte Herbert Kretschmer, Vorsitzender des Zweigvereins Guntershausen. Wandern sei zwar in, aber viele junge Leute wanderten lieber auf eigene Faust und wollten sich nicht an eine Gemeinschaft binden.

Der HWGHV stemmt sich gegen diesen Trend: Henner Henkel aus Kaufungen soll als neuer Hauptfamilienwart Eltern und Kinder in den Verein locken. Sein Zauberwort heißt Geocaching, die Schnitzeljagd mit satellitengestützten Navigationsgeräten. Beim Wandertreffen machten über 30 jüngere Teilnehmer die satellitengestützte Schatzsuche mit. Der Aufbau einer Familiengruppe im Hauptverein mache Fortschritte, sagt Henkel. Der Familienwart hat seine Ideen im Veranstaltungsprogramm des Hauptvereins umgesetzt. Der Vorsitzende des Hauptvereins, Roland Petrowsy, unterstützt den Wandel. Das machte er während der Jahreshauptversammlung in Kaufungen deutlich. Er selbst will den Stab allerdings nächstes Jahr an einen Nachfolger weiterreichen.

Wandern ist mehr als laufen und Bäume und Vögel gucken. Das wurde auch beim Festakt des Wandertreffens am Sonntag deutlich. Wandern wird für einen größeren Personenkreis attraktiv, wenn es Erlebnisse vermittelt. Die Wanderer sollten deshalb die reichhaltige Kultur der Region und die Museen in ihr Programm mit einbeziehen, empfahl Staatsministerin Eva Kühne-Hörmann. Kaufungen selbst mit seiner 1000-jährigen Geschichte biete da viele Chancen. Die will die Gemeinde, die das Wanderertreffen maßgeblich unterstützt hat, nutzen. Bürgermeister Arnim Roß rührte beim Festakt eifrig die Werbetrommel.

Von Peter Dilling

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