Jeden Abend kommen mehrere Igel in den Garten von Jürgen und Sabine Hörnlein

Nächtlicher Dauergast

Täglicher Gast im Garten der Familie Hörnlein: Bis zu zehn Igel kommen zu den Futter- und Wasserstellen, die Jürgen Hörnlein für die Tiere aufgestellt hat. Die Tiere bekommen Katzen- oder Igelfutter, aber lassen sich auch Müsli mit Rosinen schmecken. Fotos: Bassing

Ahnatal. Wenn es abends im Gebüsch raschelt, ein dunkles Näschen nach Futter schnuppert und schwarze Knopfaugen zwischen den Blättern durchblitzen, dann freuen sich Jürgen und Sabine Hörnlein. Dann sind nämlich ihre stacheligen Freunde im Garten unterwegs. Die Igel haben es der Familie seit Jahren angetan.

Sie füttern die Tiere nicht nur, sie helfen ihnen auch zu überwintern. Im vergangenen Winter hatte die Familie acht junge Igel in ihrem Gewächshaus untergebracht, die sonst nicht überlebt hätten. Mit dem Nachbarshund, einem Jack Russell Terrier, machte sich das Ehepaar auf die Suche nach jungen Igeln, die zu klein und zu schwach waren, um den frühen Winter zu überleben. „Tapi hat die kleinen Igel dann auf der Straße oder im Gebüsch immer wieder aufgestöbert“, erzählt Sabine Hörnlein vom besonderen Spürhund. Die kleinen Tiere packten sie dann in einen Korb, den sie dabeihatten. „Wir wollen ihnen einfach eine Chance zum Überleben geben“, sagt sie.

Das Ehepaar hatte das Gewächshaus mit Heu und Stroh ausgelegt und die Tiere gefüttert. Da er schon lange Jahre Erfahrung mit Igeln hat, konnte Jürgen Hörnlein gut einschätzen, wie es den Tieren geht. Alle haben die kalte Jahreszeit überstanden, haben Kräfte gesammelt und wurden im Frühling in die Freiheit entlassen.

Jeden Abend stellte Jürgen Hörnlein aber immer noch sechs bis sieben Futter- und Wasserstellen im Garten für die Tiere auf. Gerade wo es jetzt so trocken sei, würden die Tiere kaum Schnecken oder Würmer finden und seien auf Hilfe angewiesen. Und die Igel kamen tatsächlich wieder. Jeden Abend sind bis zu zehn Igel im Garten unterwegs. „Sie kommen aus allen Richtungen“, berichtet Sabine Hörnlein. Ihr Mann hat seinen abendlichen Rhythmus ganz den Tieren angepasst.

Rascheln im Gebüsch

Um 21 Uhr bringt er das Futter in den Garten und verteilt es. „Kaum bin ich wieder im Haus, sind die Tiere schon da und fressen“, erzählt der Tierfreund. „Man könnte fast meinen, sie beobachten mich.“ Nach den Nachrichten um 22.15 Uhr geht er dann nochmal von Fenster zu Fenster und schaut, ob auch alle Igel versorgt sind. Dann leuchtet er mit der Taschenlampe die Hecke ab, hört auf das Rascheln im Gebüsch und schaut vom Balkon zur großen Tanne im Vorgarten, wo manchmal vier Igel gleichzeitig im Futternapf sitzen. „So mache ich dann jeden Abend meinen Rundgang“, sagt er.

Auch den Garten hat Jürgen Hörnlein für seine stacheligen Freunde angepasst: „Ich lasse bewusst Laubhaufen oder Äste im Garten, damit sich die Igel verstecken können“, sagt er.

Dass es Tieren bei den Hörnleins gut geht, wissen auch die Vierbeiner aus der Nachbarschaft. „Manchmal mache ich morgens die Balkontür auf und da sitzt dann ein Nachbarshund oder die Katze von nebenan“, erzählt er. „Wir sind einfach große Tierfreunde“, ergänzt seine Frau. Dann gibt es ein Leckerli für das Tier und Familie Hörnlein bringt die Ausreißer wieder zurück zu den Besitzern.

Von Jessica Bassing

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