Volkskundliche Sammlung im Obervellmarer Hof Helse beschreibt das Stellmacherhandwerk

Rad nahm ein kaltes Bad in der Ahne

Handwerkskunst: Ein von Hand gefertigtes Rad in der volkskundlichen Sammlung des Geschichtskreises Vellmar. Fotos:  Wienecke

Vellmar. „Das Herstellen eines Rades war eine echte Handwerkskunst. In jedem Dorf gab es einen Stellmacher“, sagt Karl-Heinz Gauler. Der Stellmacher, der auch als Wagner bezeichnet wurde, stellte landwirtschaftliche Geräte aus Holz sowie Wagen mit Rädern her, erläutert der Leiter des Heimatmuseums im Hof Helse in Obervellmar.

„Nachdem der Eisenring fast noch glühend auf das neue Holzwagenrad aufgezogen wurde, warf es der Niedervellmarer Stellmacher einfach zum Abkühlen in die Ahne“, berichtet Karl-Heinz Gauler.

„Die Pferde- und Kuhwagen bestanden vorwiegend aus Holz und wurden ebenfalls vom Stellmacher handgefertigt. Diese Wagen waren früher das einzige Transportmittel im Dorf“, fährt der Museumsleiter fort, während er durch die Ausstellung zum Stellmacherhandwerk führt.

„Wir zeigen hier auch Werkzeuge von Willi Eisner. Er war der letzte Stellmacher in Obervellmar“, ergänzt er. Zu seinen Geräten gehörte ein Löffelbohrer, mit dem er die Radnaben ausbohrte. Diese Art Werkzeug wurde bereits vor mehreren Hundert Jahren benutzt, wie ein alter Holzschnitt im Museum belegt.

Die volkskundliche Sammlung des Geschichtskreises Vellmar im Hof Helse, Alte Hauptstraße 22, in Obervellmar ist an jedem zweiten und vierten Sonntag im Monat von 14 bis 18 Uhr sowie nach Absprache geöffnet. Kontakt und Führungen: Karl-Heinz Gauler, Tel. 0561/ 82 39 85.

Von Bettina Wienecke

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