Erfolgreich von Martinhagen aus

Kasselerinnen übernehmen Ökopüppchen-Firma in Martinhagen

Schauenburg. Zwei junge Frauen aus Kassel, beide 28 Jahre alt, schicken nun von Martinhagen aus Ökopüppchen in alle Welt: Juliane Krüger und Janah von Buttlar haben die Firma Nanchen übernommen, die seit 30 Jahren Kuschelpuppen und -tiere aus Naturstoffen herstellt.

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Nanchen Puppen - die offizielle Website (externer Link)

Und sie haben das internationale Absatzgebiet bereits um Australien, Kanada und die französische Insel Réunion erweitert. Lange hatten Nana Sendke, die den Puppen ihren Namen gab, und Ehemann Peter, die das Unternehmen vor drei Jahrzehnten gründeten, Nachfolger gesucht. Ein Bericht unserer Zeitung brachte schließlich den Erfolg.

Niedliches Rotkäppchen: Die Nanchen-Frauen haben es zum Jubiläum 200 Jahre Grimms Märchen entworfen.

„Jetzt weiß ich, was wir machen“, an diesen Anruf ihrer Schulfreundin Janah erinnert sich Juliane Krüger genau. Die eine hat Bekleidungstechnik, die andere Modedesign studiert, beide in Berlin, wenn auch nicht zur selben Zeit. Beide hatten auf jeden Fall noch nicht denjenigen Arbeitsplatz gefunden, der ihnen zu 100 Prozent zusagte. Das hat sich nun geändert.

Die Martinhagener Figuren mit Kuschelfaktor, gedacht für Babys sowie Kinder bis sechs Jahre, gehen an Fachhandel und Versandhäuser vor allem im Ökobereich. Preispalette: elf bis 140 Euro. Materialien sind Baumwolle mit dem Siegel „Organic Cotton“, Wolle, Hanf und für die Füllungen Schafwolle in Bioland-Qualität, alles von zertifizierten Firmen gekauft und nach Ökostandard gefärbt.

300 Modelle gibt es. Einige Püppchen werden als Nackedeis hergestellt, die passende Kleidung kann man im Katalog aussuchen. Das Sortiment modernisieren von Buttlar und Krüger behutsam, ohne den typischen Stil der Püppchen zu verwässern. Die sind nicht wirklichkeitsgetreu, aber zum Liebhaben schön.

Perücken annähen: Renate Thöne (59) aus Martinhagen bei der Arbeit. Sie ist seit neun Jahren in Teilzeit für Nanchen tätig.

„Unsere Neuheiten sind super angekommen“, etwa ein niedliches Rotkäppchen, erzählt von Buttlar. Das war die Erfahrung beim ersten Besuch der für die Firma äußerst wichtigen Spielwarenmesse in Nürnberg. Die Sendkes waren mitgekommen, um das Duo mit treuen Kunden bekannt zu machen.

Aller Anfang ist schwer, auch für die jungen Unternehmerinnen, die im Oktober loslegten. Den Figuren Gesichter zu malen und sie zu stopfen, sei nicht ganz einfach. Und, so Krüger: „In das Geschäftliche müssen wir reinwachsen.“ Zum Umsatz machen die beiden Chefinnen keine Angaben.

Produziert wird aus einer Art Baukasten und teils an Maschinen. Sieben Teilzeitmitarbeiterinnen sind für Nanchen tätig, ferner drei Frauen in Heimarbeit. Einen Teil näht die Baunataler Diakonie Kassel in ihrer Hofgeismarer Behindertenwerkstatt. Die Gesichter werden von Hand aufgemalt, die Perücken manuell angenäht.

Das Rotkäppchen übrigens, auch in Japan sehr begehrt, soll noch märchenhafte Gesellschaft bekommen – passend zum großen Grimm-Jubiläum in diesem Jahr.

Von Ingrid Jünemann

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