Zur 1000-Jahr-Feier in Kaufungen gab es Karneval in Kostümen des Mittelalters

Narrensterne gingen auf

Wie vor 1000 Jahren: Elisabeth Bollendorf (von links) und Nicole Ulloth feierten ausgelassen als Edeldame und Kaufmannsfrau.

Kaufungen. Normalerweise feiern Narren friedlich und kreuzen nicht die Klingen. Beim mittelalterlichen Karneval der „Lossesterne“ am Freitagabend im Bürgerhaus Oberkaufungen war das anders: Der Schwertkampf zweier „englischer“ Ritter (Jens Meister und Markus Nuhn) gehörte zum Spektakulärsten, was man wohl bisher auf einer Narrenbühne gesehen hat.

Auch sonst war der Karnevalsabend eine gelungene Generalprobe auf die 1000-Jahr-Feier Kaufungens: Die meisten der 330 Gäste kamen in historischen Gewändern, die sie auch dieses Jahr beim mittelalterlichen Straßenfest tragen werden. Da saßen Edeldamen, Marktfrauen, Hexen, Kreuzritter, Pfaffen und Kurpfuscher einträchtig an den Tischen und genossen das Programm der Lossesterne.

Und das war keineswegs mittelalterlich, wenn man von Karsten Kunz absieht, der in Landsknechtuniform moderierte, und von Joachim Heinz, dem Spartenleiter der Lossesterne. Heinz verteilte im mittelalterlichen Jeckenkostüm Orden an die Aktiven und bekam am Ende selbst einen, vom Förderverein der Kaufunger Karnevalisten.

Begeistert war das Publikum von den Gardemädchen der Lossesterne, die in einem wahren Reigen nicht nur Anmut, sondern auch viel athletisches Können bewiesen, ebenso wie ein Tanzpaar aus Hessisch-Lichtenau.

Sonderapplaus gab es für den Schautanz des lebendigen Puppenmuseums. Eine Zugabe war da Pflicht. Das galt auch für die „Hells Bells“, die schräge Tanzgruppe aus Nieste. Von dort kamen auch die Sänger Saskia Barth und Klaus Missing, die ihre Schlagerkiste auspackten.

Franz Pyszko aus Nieste, der dieses Jahr als spätberufener Hochzeiter die Lachmuskeln testet, spießte die ungewisse Zukunft des Bürgerhauses auf. Eigentlich habe er ja dort Hochzeit feiern wollen. „Aber ich wusste ja nicht: Steht es dann noch oder steht es nicht mehr“, sagte er. Es falle ihm schwer zu glauben, dass dies hier sein letzter Auftritt sei. (pdi)

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