Gemeinde Nieste untersucht zusammen mit Kasseler Uni Auswirkungen des Klimawandels aufs Wandern

In die Natur bei jedem Wetter

Wandern als Erfolgsgeschichte: Wer sich in Nieste an den zahlreichen Schildern (Bild) orientiert, hat die Qual der Wahl zwischen vielen attraktiven Routen. Werden die Sommer heißer, könnten mehr Wanderer den motorisierten Naturpark-Express (Abbildung rechts auf der Wandertafel) nutzen. Foto: Dilling

Nieste. Der Wandertourismus boomt in Nieste. Doch die Wanderung durch das beschauliche Gläsnertal kann schon einmal buchstäblich verhagelt werden. „Wenn Sie ein Gewitter im Gläsnertal erleben, denken Sie, die Welt geht unter“, sagt Helmut Lippert, Leiter der Niester Wanderschule.

Projekt Klimzug

Extreme Wetterereignisse werden wegen des Klimawandels in den nächsten Jahren zunehmen. Deshalb entwickelt die Gemeinde Nieste jetzt in den kommenden sechs Monaten mit Wissenschaftlern der Universität Kassel im Rahmen des bundesweiten Klimaanpassungsprojekts „Klimzug“ Strategien für eine Tourismuswirtschaft bis 2030, die den Klimawandel berücksichtigt. Für die kleine Gemeinde ist das öffentlich geförderte Projekt kostenlos.

Die Zusammenarbeit zwischen Professor Dr. Ulf Hahne vom Fachgebiet Ökonomie der Stadt- und Regionalentwicklung der Universität Kassel und der Kommune haben die Klimaanpassungsbeauftragte beim Regierungspräsidium, Kristina Schneider, und der Landkreis Kassel vermittelt. Die Uni wird die Studie laut Schneider mit einer Fragebogenaktion unter den Akteuren der Niester Tourismusbranche starten. In einem anschließenden Workshop werden die Entwicklungsziele diskutiert. Die Ergebnisse sollen als Richtlinien veröffentlicht werden, die auch anderen Tourismusgemeinden der Region als Vorbild dienen können.

Lippert erhofft sich aus den von den Wissenschaftlern erhobenen Klimadaten mehr Klarheit für die Planung der Wandersaison: Welche Touren sind zu welchen Jahreszeiten sinnvoll? Kann man die große Nachfrage von Interessenten auf weitere Termine im Jahr verteilen? Welche Steilstrecken sollte man bei großer Hitze lieber meiden, um die Gesundheit der Teilnehmer nicht zu gefährden? Das sind Fragen, auf die Lippert Antworten sucht. Die Sicherheit stehe bei den geführten Wanderungen der Gemeinde an oberster Stelle, betont der Wanderexperte.

Von Peter Dilling

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