Edmund Borschel (Grüne) kandidiert als Bürgermeister und will vor allem Inhalte seiner Partei befördern

Natur und Umwelt stets im Blick

An der Schwelle zur Umwelt: Lehrer Edmund Borschel sitzt beim Korrigieren von Schülerarbeiten am liebsten im Strandkorb. Der steht im Wintergarten, von dort geht es in den Garten. Foto: Jünemann

Baunatal. Er will vor allem „Inhalte rüberbringen“. Edmund Borschel (60), Bürgermeisterkandidat der Baunataler Grünen, gaukelt niemandem vor, dass er tatsächlich eine Chance auf den Spitzenposten im Rathaus besitzt. Aber zwecks Aufmerksamkeit auf die Anliegen seiner Partei sei die Bewerbung sinnvoll, zumal sich der Aufwand in Verbindung mit der Kommunalwahl in Grenzen halte. Wobei es ein toller Erfolg wäre, eine Stichwahl zu erreichen.

Klar, dass ein Grüner zuerst an die Umwelt und an erneuerbare Energien denkt – durch die Atomkatastrophe in Japan sieht er sich in dieser Marschrichtung bestätigt. So brauche Baunatal Windkraft, etwa in Form von Kleinwindrädern auf Privatgrundstücken. Dafür müsse die Stadt Kredite geben – entgegen dem Nein im Stadtparlament zu einem früheren Grünen-Antrag.

In Guntershausen sollte die Wasserkraft der Fulda zum Stromerzeugen genutzt werden. Nahwärme vom Bauernhof für Kultur- und Langenberghalle in Großenritte sei ein guter Anfang, aber mit Biomasse müsse mehr passieren. Prima, dass die Rundsporthalle energetisch saniert worden sei, jetzt müsse ein Null-Energie-Rathaus mit Strom vom Dach kommen, „ganz viel, ganz schnell“. Ferner für Borschel unabdingbar: Das Stromnetz solle künftig von der Stadt betrieben werden, aber nicht mit Eon-Mitte, sondern mit einem regionalen Partner. Das zunehmend kalkhaltigere Trinkwasser der Stadt müsse auf den Prüfstand.

Bei der Bildung sieht Borschel Baunatal planerisch auf dem richtigen Weg. An der Umsetzung mangele es noch, zum Beispiel bei mehr Sprachförderung für Kinder mit ausländischen Wurzeln. Auch gelte es, die Gesamtschulen in den städtischen Bildungsplan einzubinden.

Der neu entstehende Verkehrsplan müsse neben Autofahrern auch Fußgänger und Radler im Blick haben, sagt der Grünen-Kandidat auch.

Das Ladengalerien-Projekt der Firma Procom hält Borschel für „gestorben“. Er möchte ein Gesamtkonzept für die Innenstadt statt punktueller Aktionen, will den vorhandenen Handel stärken und rund ums Rathaus „kleine grüne Punkte zum Verweilen“. Die Barriere Marktstraße vor der City müsse verschwinden.

Was gut läuft, soll bleiben, sagt der 60-jährige Lehrer. Er nennt die Jugendsportförderung und die städtische Unterstützung von Fotovoltaik.

VW und die Elektromobilität passen ebenso ins Konzept der Öko-Partei, nicht aber Versiegeln des Bodens durch zunehmende Betriebsansiedlungen vor allem durch Volkswagen. Baunatals Ökobilanz sei negativ. „Da muss man Auflagen machen“, fordert der Kandidat, zum Beispiel VW verpflichten, Windenergie und mehr Fotovoltaik einzusetzen, vielleicht im Werk auch Modellhaftes in Sachen Energiegewinnung zu entwickeln. Borschel: „Das ist ein Geben und Nehmen.“

Von Ingrid Jünemann

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