Der Biologe Dr. Ingo Aselmann ist neuer Chef der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Kassel

Im Naturschutz fest verwurzelt

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Naturschützer: Dr. Ingo Aselmann (links) ist neuer Leiter der Unteren Naturschutzbehörde. Neben ihn steht sein Vorgänger Heinz Nehm.

Kreis Kassel. Die Untere Naturschutzbehörde (UNB) des Landkreises Kassel hat einen neuen Leiter: Dr. Ingo Aselmann hat jetzt sein Büro im alten Wolfhager Landratsamt, dem Sitz der Behörde, bezogen.

Der promovierte Biologe ist bereits seit Dezember 1991 bei der UNB. Ursprünglich hat er den Beruf des Holzwirtes erlernt. „Bevor ich zur Behörde kam, habe ich beim Max-Planck-Institut für Chemie in Mainz gearbeitet“, erzählt er. „Bei der UNB habe ich anfangs Pflegepläne für Naturdenkmäler, also meistens Bäume, erstellt.“ Später seien nach und nach andere Aufgaben dazu gekommen. In die Verwaltung sei er hineingewachsen, so Aselmann, der in Wolfhagen lebt.

„Die Aufgaben der UNB sind anspruchsvoller als früher. Es wird Fachkompetenz benötigt, deshalb ist es sehr sinnvoll, dass mein Nachfolger ein promovierter Biologe ist“, sagt Heinz Nehm, der bisherige Amtsleiter. Er selbst habe zwar 35 Jahre Erfahrung in der Verwaltung, sei aber eben kein Biologe.

Komplexere Verfahren

„Die Verfahren zum Artenschutz sind in den vergangenen zehn Jahren immer komplexer geworden. Heute kann man sich nicht mehr einfach nur den Vorgang ansehen und dazu Stellung nehmen. Die Entscheidungen müssen profunder sein als früher“, sagt der neue Amtsleiter. Durch das EU-Recht sei vieles komplizierter geworden.

„Deshalb müssen alle umweltrechtlichen Fragen vor dem Beginn eines Projektes genau geklärt werden“, sagt sein Vorgänger. Die Bau der Autobahn  44 sei ein Beispiel, bei dem die Planer vorher nicht genau genug hingeschaut hätten.

Die UNB habe drei Aufgabenbereiche, erläutert Nehm. „Der erste Bereich ist die Eingriffsregelung. Wir bewerten und beurteilen alle Eingriffe in die Landschaft nach naturschutzrechtlichen Kriterien, das betrifft hauptsächlich Bauvorhaben.“ Die zweite Aufgabe sei der Artenschutz. „Hier geht es um heimische Arten wie Hornissen, Siebenschläfer und Schwalben.“ Die dritte Aufgabe sei die Ausweisung und Pflege von Schutzobjekten. „Das können zum Beispiel besondere Bäume sein, aber auch Naturschutzgebiete von bis zu fünf Hektar“, fügt er hinzu.

„Die UNB hat langfristige Monitoring-Verträge mit den Kommunen, um sicherzustellen, dass die ergriffenen Maßnahmen auch wirksam sind“, ergänzt Aselmann. Für die Bürger werde sich durch den Führungswechsel in der Behörde nichts ändern, so der neue Amtsleiter. „Wir beraten die Leute weiter wie bisher.“

Von Patrick Kessler

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