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Nein zum Verkauf der Kulturhalle Niedervellmar

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Da geht’s lang: Die sanierungsbedürftige Kulturhalle Niedervellmar wird auch weiterhin im Besitz der Stadt Vellmar bleiben.

Vellmar. Brisanz barg am Montagabend in der Sitzung der Vellmarer Stadtverordneten ein Antrag, den CDU, Grüne und FDP erst in der letzten Ausschusssitzung zum Haushalt aus der Tasche gezaubert hatten: den Verkauf der Kulturhalle Niedervellmar.

Dazu gehörte auch die Streichung der im Etat-Entwurf veranschlagten Planungskosten von 200.000 Euro für die Sanierung des asbestbelasteten Gebäudes.

Mit der absoluten Mehrheit der SPD wurde der CDU-Antrag am

Ende abgelehnt. Ein Novum im Vellmarer Parlament: Denn noch nie wurde dort über den Verkauf eines Bürgerhauses diskutiert und abgestimmt.

Vorschlag: Als Alternative zum Training der Vereine in der Kulturhalle wurde von der CDU das leer stehende Gebäude des früheren tegut-Marktes (rechts) ins Spiel gebracht. Das Gebäude könnte von der Stadt Vellmar gemietet oder gekauft werden.

Von „vier kommunalen Pflegefällen“ sprach CDU-Fraktionschef Dr. Burkard Müller. Das betreffe Rathaus, Parkdeck, Bürgerhaus Obervellmar und die Kulturhalle Niedervellmar. Angesichts einer Investitionssumme für alle Objekte „von 20 Millionen Euro können wir nicht alles schultern“, begründete er den Antrag zum Verkauf der Kulturhalle. „Wir müssen das Grundstück vermarkten, um Schulden abzutragen.“

Für den Verkauf spreche auch der demografische Wandel. Die Bertelsmann-Stiftung prognostiziere für die 19 000-Einwohner-Stadt Vellmar bis 2030 einen Bevölkerungsrückgang von acht bis zehn Prozent.

Als Alternative für den Wegfall der Trainingsmöglichkeiten der Vereine im Falle der Veräußerung der Kulturhalle brachte Klaus Parusel für die CDU unter anderem das leer stehende Gebäude des ehemaligen tegut-Marktes in Niedervellmar mit 450 Quadratmetern Fläche ins Gespräch. Vehement gegen den Verkauf der Kulturhalle sprachen sich die Sozialdemokraten aus. „Erklären Sie bitte mal den Menschen in Niedervellmar, dass sie auf dieses für die Entwicklung ihres Stadtteils wichtige und für die Arbeit der Vereine und Verbände enorm notwendige Objekt verzichten sollen“, rief er der CDU zu.

Auch Bürgermeister Dirk Stochla (SPD) hielt den Antrag für nicht praktikabel: Allein 20 Vereine und Verbände nutzten die Kulturhalle. Der Verkauf wäre ein „falsches Signal für Niedervellmar und die ganze Stadt“. Die Halle sei auch „wenig attraktiv für einen Investor“. Der Verwaltungschef favorisiert eine Lösung, mit der die Kulturhalle zusammen mit dem Landkreis zu einer Mehrzweckhalle umgebaut wird, in der die Vereine üben können und auch der Schulsport der angrenzenden Grundschule abgedeckt werden würde.

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