Entscheidung über Standort frühestens in einem Jahr

Bergshäuser Brücke (A44): Neubau verzögert sich

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Direkt über den Ort: Vor 52 Jahren wurde die Bergshäuser Brücke der Autobahn 44 über die Fulda fertiggestellt. Mittlerweile ist sie dem wachsenen Verkehr nicht mehr gewachsen. Daher soll sie neu gebaut werden. Wo genau, das steht noch nicht fest. Unser Bild entstand 1962 im Jahr der Fertigstellung.

Fuldabrück. Der Neubau der Bergshäuser Brücke verzögert sich, weil weitere Planungsvarianten geprüft werden sollen. Einen Zeitplan gibt es auch fünf Jahre nach der Grundsatzentscheidung der Bundesregierung für den Neubau noch nicht.

Im günstigsten Fall kann die Brücke der Autobahn 44 über die Fulda 2020 fertig werden, es kann aber auch bis 2022 oder länger dauern. Bis dahin müssen die Einwohner von Bergshausen, die direkt unter der viel befahrenen Autobahnbrücke wohnen, mit dem Dauerlärm leben.

Fünf Varianten waren vor fast zwei Jahren ins Gespräch gebracht worden und werden seither untersucht. Eine Entscheidung für eine Variante sei noch nicht gefallen, teilte Hessen-Mobil-Sprecher Horst Sinemus jetzt auf HNA-Anfrage mit. Dies wird auch in diesem Jahr wohl nicht mehr geschehen.

Verlegung teurer

Die bisherige Prüfung habe ergeben, dass die Varianten einer Verlegung der Brücke „kostenintensiver, aber lärmtechnisch günstiger“ als der Neubau an der vorhandenen Stelle seien, so Sinemus.

Nun müssten weitere vertiefende Untersuchungen vorgenommen werden. Dabei würden der Naturraum, technische Fragen und die finanziellen Auswirkungen für die jeweilige Variante untersucht. Das Ergebnis werde dann dem Bundesverkehrsministerium vorgelegt, das für den Bau verantwortlich ist. Wegen der notwendigen Erhebungen im Naturraum könnten die Untersuchungen voraussichtlich erst Anfang 2015 abgeschlossen werden, sagte der Behördensprecher.

Der Neubau der Bergshäuser Brücke ist notwendig, weil die A 44 südlich von Kassel wegen der steigenden Verkehrsbelastung von vier auf sechs Spuren ausgebaut werden muss.

Prognose: 71.000 Fahrzeuge

Nach einer Erhebung im Jahr 2012 sind hier durchschnittlich 42.000 Fahrzeuge pro Tag (mit einem hohen Anteil an Schwerverkehr) unterwegs. Die Prognose für 2020 geht laut Sinemus von 71.000 Fahrzeugen pro Tag aus.

Eine Erweiterung der Stahlbrücke ist nicht möglich. Angesichts des wachsenden Schwerverkehrs kommt das 52 Jahre alte Bauwerk auch bei seiner Tragfähigkeit an die Grenzen. Außerdem sprechen Unterhaltungskosten in Millionenhöhe für einen Neubau.

Im April 2012 hatte Hessen Mobil als Alternative zum bestehenden Brückenstandort die Varianten zwei und drei präsentiert. Daraufhin legte die örtliche Bürgerinitiative „Keine Autobahn über Bergshausen“ weitere Varianten vor, die die Brücke aus Lärmschutzgründen weiter von Bergshausen abrücken. Die Stadt Baunatal protestierte umgehend gegen Trassenvariante fünf, die das VW-Werk und den Stadtteil Guntershausen tangieren würde. Auch ein gänzlicher Verzicht auf die Bergshäuser Brücke wurde diskutiert, rief jedoch den Widerstand der Ortsbeiräte von Ober- und Niederzwehren auf den Plan. Die Südtangente (A 49) könne den Verkehr von der A 44 keinesfalls aufnehmen.

Hintergrund

Brücke frühestens 2020 fertig

Die Grundsatzentscheidung für den Neubau der Bergshäuser Brücke wurde vom Bundesverkehrsministerium im Jahr 2009 gefällt. Damals wurde eine Umsetzung bis zum Jahr 2018 ins Auge gefasst. Dass dieses Ziel nicht erreicht werden kann, zeigt der folgende Ablauf:

Wenn die Entscheidung für die Trassenvariante getroffen ist (vermutlich 2015), kann das Planfeststellungsverfahren in Gang gesetzt werden (zwei Jahre; bei Klagen auch länger). Dann folgt die EU-weite Ausschreibung und Bauvorbereitung (1,5 Jahre).

Für die Abriss- und Bauarbeiten werden vier Jahre veranschlagt. Zunächst soll eines der beiden parallelen Brückenbauwerke abgerissen und neu errichtet werden (zwei Jahre), dann folgt das andere Bauwerk (zwei Jahre). 2022 könnte die Brücke fertig sein. Wenn die Brücke an einem anderen Standort errichtet wird, könnte sie 2020 fertig sein. (hog)

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