Anbindung soll gefährlichen Zugang zum Bahnhof ersetzen – Stadt: Schwierige Vertragsverhandlungen

Neubau von Weg verzögert sich

Hier wird’s eng: Wenn ein Sattelzug durch den Tunnel rollt, bleibt kein Platz mehr für Fußgänger, die vom Bahnhof kommen oder dorthin wollen. Archivfoto: Kühling

Baunatal. Sicherer sollen Bahnreisende künftig zum Guntershäuser Bahnhof gelangen. Die Stadt plant einen Weg von der Wohnbebauung aus, der den bisherigen Zugang durch einen engen Straßentunnel ohne Gehwege an den Seiten ablösen soll. Doch die Realisierung der Anbindung von der Straße Am Bahnhof verzögert sich zusehends.

Die Vetragsverhandlungen zwischen Stadt und Bahn seien inzwischen beendet, berichtet Erste Stadträtin Silke Engler (SPD). Es sei schwierig gewesen, weil es bei der Bahn unterschiedliche Ansprechpartner für Details habe. Gebaut werde Schließlich auf Bahngelände, erläutert Engler. „Da geht es um Haftungsfragen und Fragen zu Beleuchtung und Reinigung.“ Der Vertrag sei inzwischen vom Baunataler Magistrat genehmigt, er werde der Landesbehörde Hessen Mobil vorgelegt. Diese hat eine Föredrung von 50 bis 60 Prozent der Baukosten in Aussicht gestellt.

Baustart erst Anfang 2013

Inklusive Planung soll der Fußweg 350 000 Euro kosten. Sie gehe davon aus, sagt die Vizebürgermeisterin, dass der Baustart für den Zugang erst Anfang 2013 erfolge. Ursprünglich war sie von einem Termin im Mai 2012 ausgegangen. Ende des Jahres sollte der Fußweg eigentlich fertig sein.

Zum Hintergrund: Die Deutsche Bahn hat kürzlich zwei moderne Nahverkehrsbahnsteige am Bahnhof Guntershausen gebaut. Eine neue Unterführung zu diesen ist ebenfalls fast fertig. Bisher führt der Weg aus dem Ort zum Bahnhof nur durch den engen, dunklen Straßentunnel.

Das Verkehrsunternehmen hatte immer wieder mit Hinweis auf zusätzliche Kosten abgelehnt, den nur wenige Meter von der Wohnbebauung entfernten Zugang zu den Bahnsteigen zu bauen. Erst auf Hinweis der HNA war die Stadt auf diese Problematik aufmerksam geworden. Und so plant das Rathaus seit geraumer Zeit diesen Weg in Eigenregie zu verwirklichen.

Der Zugang soll barrierefrei in die neue Unterführung münden. Von dort aus haben es allerdings Radfahrer und Rollstuhlfahrer schwer auf dem weiteren Weg zum Bahnsteig. Es gibt lediglich Treppen. Mit Hinweis auf die Fahrgastzahlen in Guntershausen – deutlich unter 1000 – hat die Bahn AG die Aufgänge noch nicht einmal mit Schieberampen ausgestattet. Einen barrierefreien Aufgang baut das Verkehrsunternehmen erst an Stationen mit mindestens 1000 Fahrgästen am Tag.

Freude

Trotz alledem: Viele Guntershäuser freuen sich auf einen besseren Zugang zum Bahngelände. Aus dem Ort gebe es grundsätzlich positive Rückmeldungen zum Bau des neuen Weges, berichtet Engler. „Wir erhöhen die Verkehrssicherheit um ein Vielfaches.“

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Von Sven Kühling

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