Verein will Haus Posen übernehmen – Konzept zur Darstellung der Währungsreform

Neue Chance für Museum

Fuldatal. Es war ein symbolischer Akt mit entscheidender Bedeutung. Die Gemeinde Fuldatal hat den Schlüssel für das Haus Posen auf dem Gelände der Fritz-Erler-Anlage in diesen Tagen an die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) zurückgegeben.

Die Bundesanstalt als Eigentümer des Gebäudes wiederum gab den Schlüssel an Bernd Niesel weiter, den Leiter des Museums Währungsreform 1948.

Für die Kommune ist damit das Kapitel Museum abgeschlossen. Die überwiegende Mehrheit in der Gemeindevertretung hatte sich aus finanziellen Gründen nicht in der Lage gesehen, den historischen Ort zu erhalten. Jetzt ruhen die Hoffnungen geschichtsinteressierter Menschen auf Bernd Niesel und dem neuen Museumsverein Währungsreform 1948, dessen Vorsitzender er ist.

Mit dem Verein gebe es jetzt eine Perspektive, das Haus und das Museum zu erhalten, sagen Niesel und sein Stellvertreter Dietmar Bittner. „Wir sind optimistisch.“ Noch müssen der Eintrag in das Vereinsregister und die Anerkennung der Gemeinnützigkeit erfolgen. Bis Ende Juli sollte dies passiert sein, hoffen beide.

„Sind optimistisch“

Mit der Rechtsfähigkeit „kann der Verein Grundeigentum erwerben, also das Grundstück mit dem Haus Posen übernehmen. Denn das ist unsere Absicht“, betont Bittner. Entsprechende Verhandlungen will der Verein mit der Bima führen. Der Vorstand sei „optimistisch, dass wir eine gute Einigung erzielen werden“. Als noch die Gemeinde im Gespräch war, Träger des Museums zu werden, war seitens der Bima signalisiert worden, das Haus Posen wegen seiner besonderen Bedeutung für einen symbolischen Betrag von einem Euro zu überlassen.

Nach einer Übernahme des Hauses will sich der Verein an eine schrittweise Sanierung des Gebäudes machen. Kosten von 120 000 Euro hatte die Kommune seinerzeit ermittelt, um zum Beispiel eine Heizung einzubauen, die Mauern trockenzulegen, einen neuen Fluchtweg zu bauen und sämtliche Fußböden abzuschleifen und neu zu versiegeln. Alle Arbeiten seien aber in einem ersten Schritt nicht erforderlich, meint Niesel. Bei der Finanzierung einer Heizung und der Trockenlegung hoffe man auf die zugesagten Mittel von Bundesbank, Kasseler Bank und dem Landkreis, betont der Vereinsvorsitzende.

Für das Museum soll ein pädagogisches Konzept entwickelt werden, um nicht nur die bestehende Ausstellung im zweiten Obergeschoss für Besucher interessanter zu gestalten. In der unteren Etage will der Verein einen außerschulischen Lernort einrichten, um Schulklassen das Konklave, die Währungsreform und die Bedeutung der D-Mark für die wirtschaftliche Entwicklung Europas zu vermitteln.

Kontakte nach Moskau

Auch sollen Wissenschaft und Forschung gefördert werden. Erste Kontakte gebe es nach Moskau, um die Sicht der damaligen Sowjetunion zur Währungsreform 1948 zu klären und darzustellen. Bisher sei die damalige Auffassung der US-Amerikaner im Museum vorherrschend, sagt Niesel. HINTERGRUND, KOMMENTAR, ARTIKEL UNTEN

Von Michael Schräer

Rubriklistenbild: © Archivfoto: Schräer

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