Drei Exemplare aus Stahlguss marode

Kirche Weimar: Neue Glocken müssen her

Muss ersetzt werden: Die größte der drei Glocken in Aktion.

Ahnatal. Die drei Glocken im Turm der evangelischen Kirche in Weimar haben das Ende ihrer Lebenszeit erreicht. Dies meint Friedrich Luncke, Glockensachverständiger der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck.

Bei einem Treffen im Turm mit einigen Bürgern des Ortsteils verweist er auf den erheblichen Rost, den alle drei Exemplare aus Stahlguss aufweisen.

Die äußere Korrosion spiegele die innere wider. In absehbarer Zeit sei damit zu rechnen, dass die Glocken brechen, betont Luncke. 1920 waren die drei Schwergewichte angeschafft worden. Sie ersetzten ihre Vorgänger aus Bronze, die während des Ersten Weltkrieges beschlagnahmt wurden.

Dies rächt sich jetzt. Während Bronzeglocken mehrere Hundert Jahre alt werden können, halten jene aus Stahlguss zwischen 80 und 100 Jahre, so die Erfahrung. Die drei unterschiedlich großen Klangkörper in Weimar sind 93 Jahre alt. Luncke empfiehlt, sie gegen neue aus Bronze, wie es die Vorgänger waren, zu ersetzen.

Dies wird einiges kosten, „wir gehen von einem hohen fünfstelligen Betrag aus“, sagt Pfarrer Thomas Dilger. Zum Glück seien Glockenstuhl und Technik, die Automatik zum Betrieb, dank guter Wartung in Schuss, müssen also nicht ausgetauscht werden.

Wie aber ist die Anschaffung zu stemmen? Diese Frage stellte man sich nach ersten Hinweisen auf den Zustand der Glocken im Kirchenvorstand bereits vor Monaten. Ein Förderkreis soll es richten, der sich inzwischen aus Mitgliedern der Kirchengemeinde, dem Pfarrerehepaar Thomas und Ute Dilger sowie weiteren engagierten Bürgern aus Weimar gebildet hat. 15 Personen gehörten ihm bisher an, sagt der Pfarrer. Weitere Unterstützer sind willkommen.

Jetzt müsse erst einmal der Finanzrahmen ermittelt werden, betont Dilger. Dann wollen sich die Mitglieder des Förderkreises ans Spendensammeln machen, auch mit verschiedenen Aktionen und Veranstaltungen. Ziel sei es, das Geläut bis 2017 zu erneuern. 500 Jahre zuvor hatte Luther seine Thesen veröffentlicht.

Gut wäre es, wenn bereits in diesem Jahr 20 000 Euro zusammenkämen. Dann könne man zeitnah das Kupfer kaufen, das für den Guss der Glocken benötigt werde. Und wäre beim wichtigen Material auf der sicheren Seite. Denn „die Rohstoffpreise explodieren derzeit“, betont der Pfarrer.

Kontakt: Pfarramt Weimar, Telefon 0 56 09/3 85. Das nächste Treffen des Förderkreises findet am Donnerstag, 23. Mai, ab 19.30 Uhr im Gemeindehaus der Kirche statt.

Von Michael Schräer

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