30 Millionen Euro Gewinn im ersten Jahr

Neue Kunden: EAM setzt bei Vermarktung auf Rathäuser

Kassel. Im Wettbewerb um neue Strom- und Gaskunden setzt die wiederbelebte EAM auf die Unterstützung der an dem Regionalversorger beteiligten Kommunen.

Man werde testen, inwieweit die Bürgerbüros der Städte und Gemeinden bei der Beratung potenzieller Kunden eingebunden werden können, sagte Geschäftsführer Georg von Meibom am Donnerstag beim Jahrespressegespräch des Unternehmens in Kassel. Derartige Aktivitäten in den Rathäusern seien von der hessischen Kommunalverfassung „ganz eindeutig gedeckt“.

Die Entwicklung der Kundenzahl bezeichnete von Meibom als „sehr zufriedenstellend“. Genaue Zahlen wollte er mit Hinweis auf die Konkurrenz allerdings nicht nennen. Im April hatte der Energieversorger den 10.000. Kunden registriert. Der Verkauf von Strom und Gas macht aber weiterhin nur einen Bruchteil des Gesamtgeschäfts aus. Grund dafür ist, dass die zwölf Landkreise und die Stadt Göttingen beim Kauf der Eon-Anteile den Vertrieb, also die Strom- und Gaskunden, aus Kostengründen nicht von Eon Mitte übernommen hatten. Die EAM musste in diesem Geschäftsbereich also praktisch bei null anfangen.

Das Hauptstandbein ist daher das Netzgeschäft, also die Einnahmen, die die EAM mit der Durchleitung von Strom verdient. 85 bis 90 Prozent des Umsatzes entfielen auf diesen Bereich, sagte der für die Netze zuständige Geschäftsführer Thomas Weber.

Ein Hemmnis bei der Gewinnung neuer Kunden ist laut von Meibom die irrige Annahme vieler Eon-Kunden, sie seien mit dem Verkauf automatisch zu dem kommunalen Unternehmen EAM gewechselt. Um diesen Irrtum auszuräumen, werde es demnächst eine große PR-Kampagne geben, kündigte von Meibom an. 2014 setzte die EAM 884 Millionen Euro um, der um Sondereffekte bereinigte Gewinn betrug rund 30 Millionen Euro.

Hintergrund

Nach der Übernahme von Eon Mitte durch zwölf Landkreise und die Stadt Göttingen Ende 2013 stiegen ein Jahr später 109 Städte und Gemeinden bei der neu gegründeten EAM ein. Nach Angaben von Geschäftsführer von Meibom haben bis Ende des Jahres weitere Kommunen die Gelegenheit, sich an dem Unternehmen zu beteiligen. Das Verfahren wird zurzeit vorbereitet. Im Fokus stehen dabei zwischen 70 und 80 Städte und Gemeinden, mit denen die EAM bereits Konzessionsverträge für das Stromnetz geschlossen hat. Eine weitere Möglichkeit, bei der EAM einzusteigen, werde es danach nicht mehr geben, sagte der Geschäftsführer.

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