Der neue Pfarrer Friedrich ist mit seiner Familie ins Pfarrhaus Helsa gezogen

Helsa. Von 220 Umzugskartons sind nur noch acht auszupacken. Familie Friedrich ist in Helsa angekommen. Die Pfarrfamilie hat das frisch sanierte Pfarrhaus bezogen und fühlt sich fast schon heimisch.

„Ich freue mich einerseits darauf, im Team Bewährtes weiterzuführen, aber auch darauf, neue Ideen und Wege zu suchen.“

Zwischen den Jahren sind sie eingezogen, an Silvester feierten Ehefrau Sabine, Tochter Anna-Maria und Pfarrer Matthias Friedrich den neuen Lebensabschnitt. „Das war die erste Nacht in unserem neuen Zuhause.“ Da passte das Helsaer Silvesterfeuerwerk sehr gut als Willkommensgruß.

Nach seinem Studium in Göttingen und Marburg wurde Matthias Friedrich Vikar in Tann/Rhön. 1991 heiratete er Sabine, die als Lehrerin für Musik und evangelische Religion tätig ist. 1999 verschlug es ihn nach Unterhaun / Bad Hersfeld. Zwölf Jahre war der gebürtige Großalmeroder dort tätig. Insgesamt betreute er fünf Ortschaften und vier Predigtstellen. Nun freut er sich auf neue Herausforderungen „Ich freue mich einerseits darauf, im Team Bewährtes weiterzuführen, aber auch darauf, neue Ideen und Wege zu suchen“, sagt der 44-Jährige. Sehr am Herzen liegt ihm die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. Überhaupt steht der Kontakt mit den Menschen im Vordergrund.

Musik ist eine der großen Leidenschaften von Familie Friedrich. Dazu gehören Klavier-, Gitarre-, Akkordeon- und Kirchenorgel spielen und das Singen im Chor.

Helsa ist der Pfarrfamilie nicht nur wegen der Herzlichkeit der Menschen auf Anhieb sympathisch gewesen. „Wir sind sehr naturverbunden und lieben Wanderungen, Fahrradfahren und Reiten“, verrät Pfarrer Friedrich. „Die Mischung Stadt und Kaufunger Wald ist perfekt für uns.“ Etwas traurig war die Familie schon, als sie Bad Hersfeld verließ. Aber innerhalb weniger Tage hat die zehnjährige Anna-Maria neue Freundinnen gefunden, und das Ehepaar Friedrich wurde von allen Seiten mit offenen Armen empfangen.

Gibt es schon bestimmte Projekte, die Pfarrer Friedrich in Helsa angehen möchte? „Mir sind zeitgemäße Jugendthemen wichtig“, sagt er. „Ein Thema wäre zum Beispiel Tod und Leben. Da gibt es bei den Jugendlichen große Defizite. Ich möchte aktuelle Themen einbeziehen und die Rückbindung zu kirchlichen Themen schaffen.“

Nach Streit um Sanierung: Pfarrhaus soll Anlaufstelle für alle Menschen sein

Einer der Gründe für den Weggang des bisherigen Helsaer Pfarrers Michael Zink war der heftige Streit um die Sanierung der Fachwerkfassade des Helsaer Pfarrhauses.

Bei seinem Einführungsgottesdienst erklärte der neue Pfarrer Matthias Friedrich in seiner ersten Predigt, dass das Pfarrhaus sozialer Mittelpunkt des Ortes sein sollte. Er wünsche sich außerdem eine offene und gemeinschaftsfördernde Kirche. „Dazu gehört für mich konstruktiver und ehrlicher Gedankenaustausch auf allen Ebenen.“ Vor allem die Kooperation mit den Nachbarkirchengemeinden, der politischen Gemeinde Helsa, dem Kindergarten und der Schule sowie dem Seniorenheim und der Dorfgemeinschaft sei von großer Bedeutung für ein positives Miteinander.

„Wir alle sollten unsere Kräfte bündeln und zueinander führen“, sagte er. Parallelen zog Pfarrer Friedrich in seiner Predigt zu Moses. „Aufbruchstimmung am Berg Sinai. Ein ganzes Volk in der Wüste, seit vielen Jahren unterwegs mit Moses“, begann er seine Predigt.

„Aufbruch schafft Veränderung, auch im eigenen Leben. Als neutraler Beobachter ist mir eines aufgefallen: Bei allem Streit um die äußere Fassade verliert man leicht aus den Augen, wozu ein Pfarrhaus eigentlich dient.“

Zum einen als schönes und gemütliches Zuhause für die Pfarrfamilie, zum anderen als Anlaufstelle für notleidende Menschen: Für die Ehefrau, die von ihrem Mann verprügelt wurde, den Wohnungslosen, der um ein Stück Brot bettelt, Trauernde, schwangere Jugendliche, die nicht weiterwissen. Genauso aber auch für glückliche Menschen, die eine Ehe beginnen oder ihr Kind taufen lassen wollen.

„In dieser Sichtweise wird die äußere Fassade zweitrangig, die inhaltliche Füllung dagegen entscheidend. Aufbruch zum Pfarrhaus heißt dann: Aufbruch miteinander und zueinander statt Aufbruch gegeneinander.“ (pgr)

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