Landfrauen des Bezirkes Kassel feierten 60. Gründungstag – Junge Frauen im Verein sehr willkommen

Neue Rezepte für modernes Landleben

Buntes Programm: Brigitte Scherb (von links), Ute Ludwig, Irene Bonn und Bärbel Scherp freuten sich unter anderem über den Besuch der Baunataler Märchenfee Franziska Most (Mitte). Foto:  Junker

Baunatal. „Landfrauen sind selbstbewusst und mischen sich ein“, sagt Irene Bonn am Donnerstag in der Baunataler Stadthalle als Vorsitzende des Landfrauen-Bezirksvereins. 1300 Mitglieder zählt der Bezirksverein Kassel, 400 von ihnen waren gekommen, um dessen 60. Gründungstag zu feiern.

Unter ihnen saß Brigitta Rudolph aus Rengershausen. Die 60-Jährige ist seit mehr als 30 Jahren Landfrau, auch wenn sie selbst ihren Lebensunterhalt gar nicht in der Landwirtschaft verdiente. Aber insbesondere die Bäuerinnen seien ein wichtiger Teil ihrer Ortsgruppe. „Wir leben ja auch auf dem Land und wollen für die Frauen in der ländlichen Umgebung etwas tun“, sagt Rudolph.

Darum geht es auch Ute Ludwig aus Kirchbauna, die in ihrer Freizeit seit zehn Jahren die Geschäftsstelle der Landfrauen im Bezirk Kassel leitet. Sie sei schon als Kind mit ihrer Mutter, die noch Bäuerin war, zu den Landfrauen gegangen. Die gelernte Speditionskauffrau spricht mit Begeisterung über ihre Arbeit.

Zugleich bedauert sie, dass immer weniger jüngere Frauen den Weg in den Verein fänden. „In der Öffentlichkeit werden wir oft nur als die Kaffee-und-Kuchen-Tanten vom Dorffest gesehen“, sagt Ludwig. „Aber es ist viel mehr.“ Sie zählt Weiterbildung für Alltag und Freizeit, gemeinsame Fahrten durch ganz Deutschland und kulturelle Aktivitäten auf: „Wir sind sehr oft im Museum und besichtigen viele Betriebe in Stadt und Land.“ Viele Ortsgruppen organisierten außerdem selbstständig Sportgruppen.

Überhaupt sind die nordhessischen Landfrauen sehr engagiert. So ist beispielsweise die Präsidentin der Landfrauen Deutschlands, Brigitte Scherb aus Goslar, eine gebürtige Dennhäuserin, die stellvertretende Landesvorsitzende Bärbel Scherp kommt aus Witzenhausen.

„Gemeinsam wollen wir die Interessen der Frauen und ihre Lebens- und Arbeitssituationen berücksichtigen“, sagt Irene Bonn den Landfrauen zur Begrüßung. Auch wenn heute die meisten Mitglieder nicht mehr in der Landwirtschaft, sondern in ganz anderen Branchen arbeiten, verstehe sich der Verein als Träger von ländlicher Kultur und traditionellem Werteverständnis.

Dabei gehe man natürlich mit der Zeit, denn die Ansprüche der Landfrauen änderten sich ebenfalls. Bonn: „Kein Rezept von gestern taugt als Lösung für morgen.“ (pcj)

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