Ab 2014 wird oberhalb der Bahn in Obervellmar gebaut – Anwohner müssen Anteil zahlen

Neue Straßen für die Siedlung

Flicken: Bereits jetzt bessern Arbeiter die Oberflächenschäden in der Rote-Breite-Straße aus, die beim Bau des dritten Gleises am Bahnhof Obervellmar durch Schwerlastfahrzeuge entstanden sind. Fotos: Brandau

Vellmar. Auf die Grundstücksbesitzer der Ende der 1930er-Jahre errichteten Siedlung oberhalb der Bahn in Obervellmar warten gute und schlechte Nachrichten. die gute ist, dass ab 2014 mit der grundhaften Erneuerung ihrer Straßen begonnen werden soll. Die schlechte ist, dass die Anlieger an dem Bau der neuen Straßen laut Gesetz finanziell beteiligt werden müssen.

Seit vielen Jahren sind die Verkehrswege des Quartiers in einem schlechten Zustand. Setzungen in der Fahrbahn, Risse und Unebenheiten auf den Gehwegen sowie bröckelnde Bordsteine kennzeichnen die Straßen, die vor 58 Jahren asphaltiert wurden.

Immer wieder aufgegraben

Immer wieder wurden die Straßen in der Vergangenheit wegen neu zu verlegender oder defekter Versorgungsleitungen aufgegraben. Dabei wurde der Untergrund vielfach nicht fachgerecht verdichtet, ein Bodenaustausch fand nicht statt und auch die Oberflächen wurden nur mangelhaft wiederhergestellt. Die Jahre taten ein Übriges.

Der Schwerlastverkehr, der zum Bau eines dritten Gleises im Bereich des Bahnhofs Obervellmar unumgänglich war, hat in der Bergstraße, der Rote-Breite-Straße und der Hohnfeldstraße weitere Schäden verursacht. Nachdem die Arbeiten der Bahn jetzt kurz vor dem Abschluss stehen, ist erkennbar, dass hier Handlungsbedarf besteht.

Den gab es laut Vellmars Bürgermeister Dirk Stochla aber auch schon vorher. „Die Straßen des gesamten Quartiers müssen erneuert werden“, erklärt er. Es sei vorgesehen, bereits für den Haushalt 2013 Planungskosten einzustellen.

In den Folgejahren sollen dann alle Versorgungsleitungen erneuert werden. Das betreffe den Abwasserkanal, die Wasser- und die Stromversorgung ebenso wie Telefonleitungen. Erst dann könnten die Straßen neu gebaut werden.

Stochla weist darauf hin, dass die in den Straßen liegenden Versorgungsleitungen teilweise 50, 60 oder 70 Jahre alt sind. Da mache es wenig Sinn, nur die Oberflächen mit Schönheitsreparaturen zu erneuern. In wenigen Jahren würde es erneute Setzungen geben und das Problem wäre wieder da, weil der Unterbau instabil sei. „Eine grundhafte Erneuerung ist daher ebenso unausweichlich wie eine Kostenbeteiligung der Anlieger an den Aufwendungen“, sagt Stochla.

Voraussichtlich werde in den Jahren 2014 und 2015 gebaut. „Mit dem Neubau des Kanals muss an der tiefsten Stelle begonnen werden. Das ist die Rote-Breite-Straße“, sagt der Bürgermeister. Daher werde derzeit auch mit der Deutschen Bahn AG über den Erwerb von Flächen entlang der neuen Schallschutzwände verhandelt, die von der Bahn unterhalten und gepflegt, aber nicht genutzt werden können.

Möglicherweise könnten hier im Rahmen des Straßenbaus später Parkmöglichkeiten für Anwohner geschaffen werden. Doch zunächst werde die Bahn die Straßen wieder so weit herstellen, wie es Gutachter vor dem Bau des dritten Gleises dokumentiert haben.

Von Werner Brandau

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