Moderner Entwurf von Kölner Künstler – Einweihung für Pfingsten geplant

Der neue Taufstein ist fertig

Neues Taufbecken: Manfred Sander, Vorsitzender des Obervellmarer Kirchenvorstandes (links), und Gemeindepfarrer Alfred Hocke (rechts) ließen sich von dem Kölner Künstler Reinhard Doubrawa noch einige Details des von ihm geschaffenen neuen Taufbeckens für die Obervellmarer Kirche erläutern. Fotos: Brandau

Vellmar. Vorsichtig und mit Samthandschuhen ausgerüstet dreht Reinhard Doubrawa noch einige Schrauben nach, dann kann das neue Taufbecken für die Obervellmarer Kirche an seinem künftigen Platz, gleich neben dem Altar, aufgestellt werden. Die Freude über die Neuanschaffung war den Mitgliedern des Kirchenvorstandes anzusehen. Schließlich ist es das Ergebnis eines fast neunjährigen Diskussionsprozesses.

Einst war es ein mittelalterlicher Taufstein, an dem die Obervellmarer ihre Kinder taufen ließen. Doch irgendwann wurde der massive Sandstein in den Pfarrgarten verbannt und diente dort lange Zeit als Blumenkübel. Später verschwand er als Füllmaterial im ehemaligen Brunnen des Pfarrhauses. 1969 schaffte die Gemeinde im Rahmen der letzten großen Sanierung des rund 700 Jahre alten Gotteshauses einen neuen Taufstein an. Allerdings stieß der bei vielen Kirchenbesuchern auf Ablehnung, weil er in Material und Farbgebung nicht zum Stil der Kirche passte.

Lange Diskussion

„Wir haben lange und intensive Diskussionen darüber geführt, ob wir ein echtes altes Stück oder ein modernes Taufbecken anschaffen wollen“, erklärt Manfred Sander, Vorsitzender des Kirchenvorstandes. Letztlich hat man sich aus einer Vielzahl von künstlerischen Vorschlägen für den Entwurf von Reinhard Doubrawa aus Köln entschieden. Bereits 2005 hatte die Kirchengemeinde von dem gelernten Gold- und Silberschmied zwei Kerzenständer für den Altar sowie einen Osterkerzenständer angeschafft. Passend dazu kam jetzt das neue Neuneck-Taufbecken, ebenfalls aus Messing, das sich harmonisch in das Gesamtkonzept des Altarraumes einfügt. „Möglich wurde die Anschaffung durch zahlreiche Spenden, die bereits seit Jahren gesammelt wurden und etwa ein Drittel der Gesamtkosten ausmachten. Den Löwenanteil brachte ein anonymer Spender ein, der kürzlich die Restsumme von mehreren Tausend Euro beisteuerte“, freut sich Sander.

Freude herrscht auch bei Gemeindepfarrer Alfred Hocke. „Mit der Anschaffung des neuen Taufbeckens ist die Renovierung der Kirche nun abgeschlossen.“

Was mit dem bisherigen Taufstein geschieht, ist noch nicht entschieden. Allerdings kann sich der Kirchenvorstand vorstellen, dass es Kirchengemeinden gibt, die Interesse daran haben. Bei der nächsten anstehenden Taufe zu Pfingsten soll das neue Taufbecken dann erstmalig genutzt werden.

Von Werner Brandau

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