Vier Monate Tram nach Vellmar: KVG zieht positive Zwischenbilanz

Volle Haltestelle: Gut angenommen wird die Tram, wie hier an der Haltestelle Vellmar-Stadtmitte. Aber gerade in Stoßzeiten wie nach Schulende kann es schon mal passieren, dass nicht alle mitgenommen werden können. Archivfoto: Dilling

Vellmar. Gut vier Monate ist die Straßenbahn auf dem neuen Streckenabschnitt zwischen Kassel und Vellmar schon unterwegs. KVG-Vorstand Dr. Thorsten Ebert zog jetzt eine positive Zwischenbilanz.

„Obwohl wir die Strecke ohne Probebetrieb schon am ersten Tag scharf gestellt haben, lief alles recht stabil.“ Dies vor dem Hintergrund, dass die Monate Oktober und November „der kritischste Zeitraum im gesamten Netz sind“.

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In den ersten zwei Wochen und auch in den Monaten Januar und Februar hat die KVG an verschiedenen Haltestellen Personal vor Ort gehabt, um die Betriebsabläufe zu kontrollieren. Analysiert wurden in dieser Zeit zum Beispiel das Funktionieren des neuen Fahrplans und die Zahl der Verspätungen. Auch die Beschwerden von Tram-Nutzern wurden ausgewertet.

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Der Fahrplan habe bislang laut Ebert „sehr gut funktioniert“. Damit bringt die Straßenbahn ihre Fahrgäste in 19 Minuten von der Haltestelle Vellmar-Stadtmitte ins Kasseler Stadtzentrum. Jeweils 495 Fahrten in beide Richtungen absolviert die neue Linie 1 von der Endhaltestelle Vellmar Nord bis zum Park Wilhelmshöhe in der Woche. Mit bis zu zwölf Fahrzeugen ist die KVG auf der Strecke je nach Taktzeit unterwegs.

„Für eine Neubaustrecke hatten wir von Anfang an ein hohes Niveau“, analysiert Ebert. Habe die Pünktlichkeitsquote am Anfang bei 85 bis 90 Prozent gelegen, habe sie sich inzwischen bei 95 Prozent eingependelt. Und auch die Beschwerden hielten sich in Grenzen, lagen anfangs bei 20 bis 40 pro Monat und seien jetzt rückläufig, teilte Ebert mit. Themen waren dabei oft Unkenntnis über die Veränderungen in den Fahrplänen der Vellmarer Buslinien, die an die neue Tram angepasst werden mussten.

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Noch keine detaillierten Erhebungen gibt es für die Fahrgastzahlen, da die Auswertung noch läuft. Das liegt auch daran, dass zum Beispiel die Besitzer von Jahreskarten, die jetzt die neue Strecke nutzen, nur schwer erfasst werden können. Laut KVG liege der Zuwachs an Fahrgästen im Streckennetz nach dem Start der neuen Linie 1 zurzeit bei rund 15 Prozent. Ein Plus von 30 Prozent hat man sich als erstes Ziel gesetzt.

Von Stefan Wewetzer

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