Im neuen VW-Logistikzentrum sollen pro Tag 4000 Behälter umgeschlagen werden

So soll das Logistikzentrum von VW aussehen: Die roten Lkw bringen Material von Zulieferern, die blauen bringen die sortierten und gebündelten Teile in die Produktion. Vorn verläuft die Wolfsburger Straße, die grünliche Fläche hinter dem Cross Dock ist die Reserve für die Erweiterung des OTC 4 (im Hintergrund). Computerbild: VW / nh

Baunatal. Jetzt kann man sich ein Bild machen von dem neuen Logistikzentrum, das VW bei Kirchbauna an das OTC 4 anbauen will. Eine Computersimulation verdeutlicht die Größe des Hallenkomplexes, dessen Bau Mitte des Jahres beginnen soll.

Geplante Fertigstellung: zweites Quartal 2012. Ziel ist, den Lkw-Verkehr innerhalb künftige Sortier- und Verteilzentrum firmiert unter dem Namen Cross Dock.

Laut Volkswagen sollen in einem ersten Bauabschnitt 35 000 Quadratmeter Fläche entstehen, eine Erweiterung um 10 000 m² aufgrund steigender Stückzahlen ist im Blick. Der Konzern investiert 30 Millionen Euro.

Ein 130 000 m² großes Areal hat VW von der Stadt Baunatal erworben. Es ermöglicht auch, das OTC 4 um fast 44 000 m² zu erweitern. Das würde den Vernehmen nach weitere 30 Mio. Euro kosten – eine Summe, die VW noch nicht bestätigt hat.

Das neue Logistikzentrum soll wie die OTC 2 bis 5 von einem externen Bauherrn errichtet und dann von Volkswagen geleast werden.

Vorgesehen ist, dort täglich 4000 Behälter umzuschlagen. An der Station kommt zugekauftes Material für die Produktion per Lkw an, wird sortiert und so gebündelt, wie es in der fraglichen Abteilung benötigt wird. Mit Shuttle-Lkw werden die Fuhren dann nach einem festen Fahrplan an ihren Umschlagort im Werk geliefert, wird Leergut zum Cross Dock zurückgebracht. Laut VW soll ein geschlossener Kreislauf entstehen.

An den Werkshallen sollen Umschlagplätze geschaffen werden. Letztlich soll der Verkehr von außerhalb – anders als heute – aus den Hallen herausgehalten werden, um Verschmutzungen zu vermindern. Dahinter steckt die Idee der „Clean Factory“, der sauberen Fabrik, die hilft, effizienter und kostensparender zu produzieren.

Bisher fahren Lkw von Lieferfirmen oft zu mehrere Entladestellen im Werk an. Die Fahrzeuge sorgen für Querverkehr und Warteschlangen, sie halten sich lange in der Fabrik auf, was Kosten bedeutet, sie bringen Schmutz, Schnee und Wasser mit.

Mehr zum VW-Werk in Baunatal im HNA-Regiowiki

Als weiteren Beweggrund für den Bau des Logistikzentrums nennt VW, Lagerbestände weiter abzubauen – auch das ein Schritt zu mehr Wirtschaftlichkeit. „Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit“, so das Stichwort von Werkleiter Prof. Dr. Hans-Helmut Becker.

Letztlich steht die Wachstumsstrategie von VW hinter dem Projekt. 2018 will das Unternehmen zehn Millionen Fahrzeuge verkaufen, zudem zusätzliche Modelle anzubieten. Zum Vergleich: 2010 setzte VW 7,1 Millionen Autos ab.

Beide Vorhaben benötigen Fläche. Hinzu kommt die in Baunatal geplante Produktion des VW-Elektromotors: Dafür sollen laut Pressesprecher Rudi Stassek 44 000 Quadratmeter in Halle 6 frei gemacht werden.

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