Nach gescheiterten Verkaufsplänen

Neuenhagen-Gelände wird zwangsversteigert

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Verkauf ist gescheitert: Das Areal des 2008 insolvent gegangenen VW-Autohauses Neuenhagen in Heiligenrode fand keinen Investor, der hier ein neues Einkaufszentrum hochziehen würde. Jetzt will die Kasseler Bank die Fläche zwangsversteigern lassen.

Niestetal. Es hat nicht geklappt mit dem Verkauf des Neuenhagen-Areals in Heiligenrode. Jetzt soll die Fläche in der Ortsmitte von Heiligenrode zwangsversteigert werden.

Keine der großen Supermarktketten wollte das Gelände des 2008 in Insolvenz gegangenen VW-Autohauses kaufen, um hier ein neues Einkaufszentrum mit großem Lebensmittelmarkt zu errichten.

„Alle Versuche, das Gelände zu verkaufen, sind gescheitert“, sagte Gudrun Hasenpflug, Leiterin der Abteilung Abwicklung und Sanierung bei der Kasseler Bank, die das Grundstück aus der Neuenhagen-Insolvenzmasse vermarkten will. Daher habe die Bank im Dezember beim Kasseler Amtsgericht die Zwangsversteigerung beantragt.

Das Gericht werde jetzt einen Gutachter damit beauftragen, den Wert des Grundstücks zu ermitteln, erläuterte Hasenpflug. Sie rechnet damit, dass dieses Wertgutachten im März vorliegen wird. Im Sommer oder Frühherbst sei dann mit der Zwangsversteigerung zu rechnen. „Das wäre allerdings ziemlich schnell“, meinte die Bankerin zu diesem Zeitplan.

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-Einkaufszentrum soll kommen

Grundsätzlich ist die Kasseler Bank in erster Linie an einem Verkauf der Fläche interessiert, gleichwohl ist es ihr nicht egal, was an dieser sensiblen Stelle im Zentrum Heiligenrodes passiert. „Schön wäre eine sozialverträglich Lösung“, sagte Hasenpflug. Da schwingt auch ein Stück Eigeninteresse mit, denn in einem Einkaufszentrum würde die Kasseler Bank eine eigene kleine Bankfiliale einrichten.

Die Pläne für ein Einkaufszentrum mit einem 2000 Quadratmeter großen Rewe-Supermarkt, dem Kik-Bekleidungs-Discounter, sowie Bankfiliale und Cafe waren ursprünglich im Jahr 2009 von der Lohfeldener Fehr Projektmanagement GmbH entwickelt worden. Wegen eines zu hohen Kostenrisikos - schließlich müssen alle vorhandenen Gebäude zunächst abgerissen werden - hatten sich die Lohfeldener schon 2010 von dem Projekt verabschiedet.

Im Niestetaler Rathaus werden die gescheiterten Verkaufsverhandlungen mit Bedauern aufgenommen. Sprecher Dennis Bachmann verwies auf den geltenden Bebauungsplan, der eine Nutzung der Fläche entweder für den Kraftfahrzeughandel und -reparatur oder für den Einzelhandel vorsieht. Als Ort der Nahversorgung sollte nach Auffassung der Gemeindeverwaltung diese zentrumsnahe Fläche auch genutzt werden.

Sollte sich bei der Zwangsversteigerung in einigen Monaten allerdings ein Investor mit anderen Nutzungsvorstellungen durchsetzen, müssten die erst durch Änderungen des Bebauungsplanes durch das Parlament möglich gemacht werden, erläuterte Bachmann. Auch der Bau von Wohnhäusern sei dann sicherlich nicht ausgeschlossen.

Von Thomas Stier

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