Vorgaben für Bundespolizei-Fliegerstaffel Fuldatal: Weniger Lärm in Simmershausen

Über dem Flugfeld: Ein leichter Transporthubschrauber vom Typ Eurocopter EC 155 der Bundespolizei, im Hintergrund Büsche und Bäume, die mit dem Umbau des Flughafens aus Sicherheitsgründen gefällt werden müssen. Links auf der gepflasterten Fläche die neue, komplett in den Boden eingelassene Tankanlage. Fotos: Schräer

Fuldatal. Das Geräusch von Motorsägen, knackendem Holz und fallenden Bäumen ist derzeit auf dem Gelände der Bundespolizei in Ihringshausen zu hören. Forstwirt Horst Wagener und Kollegen vom Bundesforstbetrieb Schwarzenborn sägen Fichten, Kiefern, Ahorne und Eschen in Bodennähe ab.

Ein Streifen des Waldes nordwestlich der Fliegerstaffel Fuldatal wird zurückgeschnitten. Diese Arbeiten hängen mit Umbauten am Hubschrauberflugplatz der Bundespolizei zusammen, wie Flugeinsatzleiter Hans Bäuml erklärt. Und diese wiederum seien die Folge neuer internationaler Vorschriften. Denn „jeder Pilot muss sich auf Sicherheitsstandards auf jedem Flugplatz verlassen können“.

Bäume müssen weichen: Christian Ohl, Pressesprecher der Fliegerstaffel (von links), und Flugeinsatzleiter Hans Bäuml im betroffenen Waldstück, in dem Horst Wagener, Forstwirt des Bundesforstbetriebes Schwarzenborn, die Gehölze fällt.

Die Umbauten umfassen mehrere Bereiche. So wurde bereits die Tankanlage für die Hubschrauber komplett unter die Erde verlegt. Neben den Tanks, die auch bisher schon unter dem Pflaster des Flugfeldes lagen, wanderte jetzt auch die Zapfanlage ins Erdreich.

Bisher war sie in einem oberirdischen Häuschen untergebracht, sagt Christian Ohl, Pressesprecher der Fliegerstaffel. Die weiteren Pläne sehen vor, eine Rasenfläche in einen zusätzlichen Stellplatz umzuwandeln und bei den vorhandenen Parkmöglichkeiten der Hubschrauber die Abstände zu vergrößern.

Das Lande-H soll neu ausgerichtet, markiert und besser befeuert, also mit anderen Lichtern versehen werden. Auch Tower und Anflugschneise erhalten neue Positionslichter. Diese sogenannte Anflugbefeuerung müsse 210 Meter lang sein, beginne daher mit dem ersten Positionslicht außerhalb des eigenen Geländes, sagt Bäuml. Da diese Befeuerung komplett erneuert werden muss, will die Fliegerstaffel mit dem Bau den Anflug auf den Platz verändern.

Die bisherige Hauptanflugsrichtung aus Nordosten (gegen den in der Regel aus Südwesten wehenden Wind) soll weiter Richtung Norden verschwenkt werden, betont Staffelleiter Thomas Nagler. Damit rücke die Einflugschneise der Hubschrauber, die 1500 bis 2000 Meter vor der Befeuerung gerade auf diese zufliegen müssen, weiter von der Wohnbebauung von Simmershausens weg. Mit entsprechend geringerer Lärmbelastung für die Bewohner. Nagler: „Die Veränderung sollte spürbare Verbesserungen geben.“

Die vorgesehene Anflugroute berührt allerdings den Randbereich des Waldes. Aus Sicherheitsgründen sei ein Steigungswinkel von 4,5 Prozent (auf 100 Metern also 4,5 Meter Höhe) vorgeschrieben, erklärt Bäuml. Hierfür seien die Bäume zu hoch. Sie müssen also zurückgenommen werden, damit selbst bei dem Ausfall eines von zwei Triebwerken Hubschrauber genug freien Raum haben, um sicher zu landen oder durchstarten zu können. Und „die Sicherheit für Besatzungen und Insassen der Hubschrauber ist oberstes Gebot“, betont der Flugeinsatzleiter.

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