Mönchehof: 30-Minuten-Takt ab Dezember

Neuer Bahnsteig jetzt in Betrieb

Grünes Licht: Seit Anfang März halten die Regiotrams in Richtung Hofgeismar am neuen Außenbahnsteig des Mönchehofer Bahnhofes, der barrierefrei zu erreichen ist. Damit soll ab Dezember der Takt auf 30 Minuten verkürzt werden. Foto: Brandau

Espenau. Seit einigen Tagen ist der neue Außenbahnsteig am Bahnhof Mönchehof Richtung Hofgeismar in Betrieb. Er soll unter anderem durch die Anbindung an die Unterführung den Fahrgästen mehr Sicherheit bieten, da das Überqueren der Schienen vom veralteten Mittelbahnsteig aus entfällt.

„Wir sind zufrieden, alles läuft reibungslos“, bilanzierte Sabine Herms, Pressesprecherin des Nordhessischen Verkehrsverbundes (NVV).

Bis zu 800 Fahrgäste pro Tag

Zentrales Ziel der Baumaßnahme am Espenauer Bahnhof ist es, die logistischen Voraussetzungen für die Einführung des 30-Minuten-Taktes auf den Regiotram-Strecken zum Fahrplanwechsel im Dezember 2013 zu schaffen.

Der wurde in Mönchehof bislang jedoch durch die notwendige Absicherung der täglich 600 bis 800 Fahrgäste beim Überqueren der Gleise verhindert, da in diesem Zeitraum immer nur ein Zug die Gleise befahren durfte.

Durch die neue Regelung werden die Fahrgäste über die Unterführung in Richtung Park-and-ride-Platz in einem Bogen nach links auf den neuen Außenbahnsteig geführt, der über eine Rampe auch für gehbehinderte Menschen zu erreichen ist.

Ausgestattet wird er mit einem Wetterschutzhäuschen, einem Blindenleitstreifen auf der Oberfläche, einer Vitrine für Fahrgastinformationen, neuen Leuchten und einem elektrischen Wegeleitsystem, das unter anderem über eventuelle Zugverspätungen informiert.

2,3 Millionen Euro Kosten

Der schnellere Takt ab Dezember war laut Herms nur über den jetzt mit dem Neubau des Außenbahnsteigs möglichen Begegnungsverkehr zu realisieren. Bei 2,3 Millionen Euro - mit einem Regiotram-Anteil für die Bahnsteige von 833 000 Euro - liegen die Baukosten für das Gesamtprojekt. Das umfasst neben der Anlage des neuen Außenbahnsteigs auch die Erneuerung des Überholgleises und die Sanierung des dann 115 Meter langen Hausbahnsteigs in Richtung Kassel direkt am Bahnhofsgebäude, der wegen der vielen Fahrgäste sogar zwei Wetterhäuschen bekommt.

Die Sanierung soll nach Angaben der NVV-Sprecherin bis Mai dieses Jahres abgeschlossen sein. Die Baukosten werden über das Gesamtprojekt Regiotram finanziert, das durch den Bund, das Land Hessen und die Deutsche Bahn AG getragen wird.

Lebensraum für Zauneidechse

Übrigens kommt beim Regiotramprojekt des NVV am Bahnhof Mönchehof auch der Naturschutz zu seinem Recht. Denn alle Gleise, die - ausgenommen der neue Außenbahnsteig mit angrenzendem Überholgleis und die Schienen am Hausbahnsteig - nicht mehr benötigt werden, würden laut NVV-Sprecherin Sabine Herms so zurückgebaut, das sie zukünftig als Lebensraum der dort festgestellten Population der Zauneidechse dienen können.

In enger Abstimmung mit der Oberen Naturschutzbehörde entschloss sich die DB Netz AG im Laufe der Planungen im Oktober 2010, als naturschutzrechtliche Ausgleichsmaßnahme neuen Lebensraum für die Zauneidechse zu schaffen. An drei Standorten im Bahnhofsbereich - zum Beispiel auf der Zufahrt zur Rampe des neuen Außenbahnsteigs gegenüber dem Bahnhofsgebäude - wurden Strukturen aus Schotter und Sand unter Verwendung von Wasserbausteinen angelegt.

Ende des Winterquartiers

Denn die Zauneidechse, die im März aus ihrem Winterquartier an die Oberfläche kommt, bevorzugt Magerbiotope wie trockene Waldränder, Bahndämme, Heideflächen, Dünen, Steinbrüche und Kiesgruben mit einem Wechsel aus lockeren Bodenabschnitten und dichter bewachsenen Bereichen. Wichtig sind auch Elemente wie Totholz und Altgras. (swe)

Von Stefan Wewetzer

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