Arbeiten an Entsorgungsleitungen in der Berliner Straße bald beendet– Straßenbau bis Dezember

Neuer Kanal weitgehend verlegt

Verlegt: Die Elektroniker für Betriebstechnik Philipp Hennemann (links) und Daniel Stern von Eon Mitte verbinden die Kabel eines Hauses mit der neuen Versorgungsleitung.

Fuldatal. Knut Peter schaut mit kritischem Blick von seinem Grundstück in die Baugrube. Der Eigentümer des Wohnhauses Berliner Straße 5 in Wilhelmshausen hat Angst um die gemauerten Pfeiler seiner Einfahrt. Die haben sich Richtung Grube gesenkt.

„Es darf nicht mehr regnen“, sagt Knut Peter. „Wenn der Lehm feucht wird, rutscht alles.“

Wie beim letzten Gewitter. Da sei das ganze Wasser vom Grundstück Richtung Straße und in die Baugrube gelaufen. „Dadurch sind die Pfeiler hinterhergekommen“, sagt Matthias Meyer, Polier der Baufirma Gebr. Bommhardt aus Waldkappel. Seit 16. Mai tauschen er und seine Kollegen in der Berliner Straße die alten Schmutz- und Regenwasserkanäle aus, verlegen die Trinkwasserleitung neu. Die Stromleitung wurde von der östlichen Straßenseite auf die westliche verlegt. Dorthin, wo künftig der Bürgersteig verlaufen soll.

Zwei Drittel der Kanalarbeiten seien inklusive der Hausanschlüsse erledigt, sagt Meyer. Wobei der neue Schmutzwasserkanal auf 155 Meter ab Pommernstraße Richtung Bundesstraße 3 verlegt wurde. Der untere Bereich war noch intakt und musste nicht ausgetauscht werden, sagt Ingenieur Reiner Franke vom Planungsbüro Hesse und Partner.

Fürchtet um sein Eigentum: Kurt Peter (rechts) hat Angst, dass die Pfeiler seiner Einfahrt, die sich Richtung Baugrube abgesenkt haben, zerstört werden. Derzeit hat er keinen direkten Zugang zu seinem Haus und muss über das Grundstück von Wolfgang Reinke (links) gehen.

Der Regenwasserkanal verläuft hingegen durch die komplette Berliner Straße auf einer Länge von 360 Metern. Die Leitung fällt mit einem Durchmesser von 80 Zentimetern deutlich größer aus als zuvor. Ob denn eine solche Dimension nötig war, wollte Anwohner Wolfgang Arend wissen.

Ja, entgegnete der Planer während eines Termins vor Ort, an dem auch Bürgermeisterin Anne Werderich teilnahm. Der alte Kanaldurchmesser sei zu gering gewesen. Schließlich müsse auch das Regenwasser von dem oberhalb liegenden Wald, den landwirtschaftlichen Flächen und dem neueren Baugebiet zur Fulda geleitet werden.

Um das Gespräch hatten einige Anwohner gebeten, um über Fragen zur Bauausführung und mögliche Kosten zu reden. So müssen die Anlieger ihre neuen Hausanschlüsse bezahlen und anteilig auch den kompletten Neubau der Berliner Straße.

Sein Hausanschluss für Schmutz- und Regenwasser sei in Ordnung gewesen, sagt Wolfgang Arend. Der alte sei entfernt worden, weil dieser dem neuen, großen Regenwasserkanal im Weg war. Also solle die Gemeinde die Kosten übernehmen. Bürgermeisterin Werderich versprach, dies zu prüfen.

Ende nächster, Anfang übernächster Woche könnten die Kanalarbeiten abgeschlossen sein, sagt Polier Meyer. Dann beginne der Straßenbau. Komplett soll die Berliner Straße laut Planer Franke noch in diesem Jahr fertig werden. Ursprüngliche war Ende Oktober als Termin geplant. Wegen „vier bis fünf Wochen Verzögerung“ lasse sich dieser nicht halten.

Hintergrund: Die Kosten und Zahlen zum Bau

Der Schmutzwasserkanal in der Berliner Straße ist 155 Meter lang und hat 25 beziehungsweise 30 Zentimeter Durchmesser. Der Regenwasserkanal hat auf einer Länge von 360 Metern 80 Zentimeter Durchmesser. Fahrbahn und Bürgersteig, die erneuert werden, haben eine Fläche von 3000 Quadratmetern. Für den Kanalbau Berliner Straße sind Kosten von 550 000 Euro kalkuliert, die neue Wasserleitung kostet 120 000 Euro. Für den Straßenbau sind Ausgaben von 470 000 Euro geplant. (mic)

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