Biotop für Tiere und Pflanzen – Kosten von 120 000 Euro – Baubeginn in Kürze

Neuer Seitenarm an Fulda

Fuldabrück. Ein künstlicher Seitenarm an der Fulda wird an der sogenannten Sperre-Siedlung bei Bergshausen angelegt. Das Biotop soll Tieren und Pflanzen als Rückzugsgebiet dienen. Eisvögel und Wasseramseln, aber auch Fische sollen hier gute Lebensbedingungen vorfinden, Menschen sollen das Areal nicht betreten.

120 Meter lang

Die Planung für den 120 Meter langen Seitenarm, die vom Büro Wagu in Kassel erarbeitet wurde, ist mit den Naturschutzämtern, dem Regierungspräsidium und dem Verband Hessischer Fischer abgestimmt.

Das Gemeindeparlament Fuldabrück hat grünes Licht gegeben. Der Auftrag wurde an die Firma Emmeluth vergeben. Bei der Bauzeit geht man von vier Wochen aus. Mit den Arbeiten soll begonnen werden, sobald Witterung und Bodenverhältnisse dies erlauben.

Neue Fischarten

Die Baufirma Emmeluth hat Erfahrung mit solchen Projekten, bereits 2006 hat sie einen Fuldaseitenarm bei Bergshausen oberhalb des Wehres Neue Mühle angelegt. Die dort entstandene Flussaue ist mit 300 Metern deutlich größer. Die dortigen Erfahrungen sind sehr gut. Drei Fischarten – Steinbeißer, Mühlkoppe und Bitterling – haben sich mittlerweile angesiedelt.

Auch bei dem neuen Seitenarm an der Sperresiedlung sollen Tiere und Pflanzen gute Bedingungen vorfinden. Geplant ist eine 120 Meter lange und bis zu 40 Meter breite Wasserfläche mit Insel und Tiefwasserzone. Die vorhandenen Bäume bleiben weitgehend erhalten. Die Tiefwasserzone soll als Rückzugsgebiet für Fische wie den Hecht dienen. Im mittleren Bereich ist eine steile Böschung vorgesehen, in der Eisvögel ihre Bruthöhlen anlegen können.

Durch die Abflachung des Flussufers soll die Vernetzung mit der angrenzenden Aue verbessert werden. Der Erdaushub soll vor Ort für eine Böschung verwendet werden. Dort ist auch eine Sitzgelegenheit mit Blick über das Biotop und die Fulda geplant.

Das Befahren mit Booten wird nicht erlaubt. Um die Einfahrt von kleinen Booten in den Altarm zu verhindern, werden im Mündungsbereich entsprechende Schifffahrtszeichen aufgestellt.

Keine Kosten für Gemeinde

„Wir finden das Projekt sehr positiv“, sagte Bürgermeister Dieter Lengemann (SPD) der HNA. Die Gemeinde, der das verwilderte Grundstück gehört, hatte sich bei der Unteren Naturschutzbehörde um das Projekt beworben. Die Kosten von 120 000 Euro werden über den Naturschutzausgleich finanziert, die Gemeinde muss nichts beisteuern.

Mit künstlichen Flussarmen soll der historische Zustand wiederhergestellt werden, denn Seitenarme gehörten früher zum normalen Flussbild der Fulda.

Von Holger Schindler

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