Neuer Treffpunkt am heißen Ofen

Noch viel Arbeit nötig: Volker Luckhard, Vorsitzender des Heimat- und Geschichtsvereins (links), und Dr. Bernd Graubner begutachteten den Backofen. Ob man ihn noch benutzen kann, ist offen.

Fuldatal. Ein vom Verfall gezeichnetes kleines Backsteinhaus, von wildem Wein umrankt und von einer Wildnis aus Büschen und Gestrüpp umgeben: Diesen traurigen Anblick bot Wilhelmshausens letztes Backhaus am Mühlbach schon seit Jahren. Doch seit dem Wochenende sieht schon alles freundlicher aus:

Mehr als 20 Bürger folgten dem Aufruf des Geschichts- und Museumsvereins, rodeten das Gelände, schafften Abfälle weg, räumten Steine und morsche Balken ab. Schon nächstes Jahr könnten in dem Backhaus, das zuletzt in den 1960er-Jahren in Betrieb war, die ersten Brote gebacken werden.

Unter den Helfern war auch Nanne Jensen, die Heilpraktikerin, die das Grundstück vor eineinhalb Jahren gekauft hat und gegenüber dem Backhaus wohnt. „In Wilhelmshausen gibt es keine Geschäfte mehr, da ist es wichtig, dass die Leute im Herzen des Dorfs wieder einen Treffpunkt erhalten“, sagt sie. Sie sei bereit, das Grundstück unentgeltlich zur Verfügung zu stellen. Die Gemeinde Fuldatal ist auch mit im Boot. Sie hat zwar kein Geld für das Projekt, doch logistische Unterstützung gebe man gern, sagte Bürgermeister Karsten Schreiber, der ebenfalls bei den Aufräumarbeiten mit anpackte. Zwei Bänke seien im Bauhof schon in Arbeit, auch Müllbehälter werde man aufstellen.

„Wir haben die Vision, dass wir nächstes Jahr hier Backfeste feiern können. Doch das ist noch ein langer Weg“, sagte Dr. Bernd Graubner, Projektbeauftragter des 130 Mitglieder zählenden Geschichts- und Museumsvereins. Zusammen mit seinem Vorsitzenden Volker Luckhard inspizierte er das kleine Backhaus: Einige Balken dürften morsch sein, der Schornstein bröckelt, das Mauerwerk muss ausgebessert werden. Die Denkmalpflege habe schon Unterstützung signalisiert, sagte Graubner. Dennoch ist der Verein auf Spenden angewiesen. Auch durch eine Mitgliedschaft (25 Euro/Jahr) kann man das Projekt unterstützen.

Info: Bernd Graubner, Telefonnummer 0 55 41/7 13 49, Spendenkonto Museumsverein Nr. 228000701 bei der Kasseler Sparkasse (BLZ 52050353).

Von Peter Dilling

Start der Sanierung des alten Backhauses in Wilhelmshausen

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