Gemeinde Nieste übernimmt Fachwerkhäuser im Ortszentrum – Gesamtprojekt kostet 100.000 Euro

Neues Domizil für Wanderschule  und Grimmsteig-Touristik in Nieste

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Ortsbildprägend im Zentrum Niestes: Die Gemeinde hat das Gebäude-Ensemble an Kasseler (rechts) und Kaufunger Straße (links) gekauft. Die Fachwerkscheune (links) und der kleine Schuppen sollen im Frühjahr 2014 abgerissen werden. Im Eckhaus mit dem eindrucksvollen Dachüberbau sollen Wanderschule, Grimmsteig-Touristik und Heimatverein einziehen.

Nieste. Fast 300 Jahre alt ist das 1717 erbaute Fachwerkhaus an der Ecke Kasseler/Kaufunger Straße in Nieste. Das angrenzende Eckhaus wurde 1897 erbaut. Seit die letzten Bewohner vor knapp zwei Jahren ausgezogen sind, stehen beide Häuser leer.

Dem drohenden Verfall des denkmalgeschützten Gebäude-Ensembles hat die Gemeinde Nieste jetzt vorgebeugt. Sie hat den Komplex für 25.000 Euro gekauft. Schon im nächsten Jahr sollen hier die Wanderschule, der Eigenbetrieb Grimmsteig-Touristik sowie der Heimat- und Verkehrsverein ein neues Domizil finden, berichtete Bürgermeister Edgar Paul (SPD).

Der Kauf der Gebäude ist die Voraussetzung für eine grundlegende Neuordnung dieser markanten Stelle im Ortsbild des Dorfzentrums. Die etwa um 1897 errichtete Scheune mit ihrer ungewöhnlichen Dachkonstruktion sowie kleinere Nebengebäude sollen abgerissen werden. Nach einiger Diskussion hat dem auch die Denkmalschutzbehörde in Marburg zugestimmt. Holzbalken, Dachpfannen und andere geschichtsträchtige Baumaterialien sollen zur Baubörse in Wülmersen gebracht werden.

Die Rückwand der Scheune sitzt auf der mittelalterlichen Kirchenmauer. Nach dem Abriss im Frühjahr kommenden Jahres solle die Mauer sandgestrahlt und restauriert werden, kündigte Paul an. Dann werde auch wieder die Blickachse auf die schöne Kirche Niestes frei. Vor der entstehenden Freifläche solle – dem Vorbild früherer Jahrhunderte folgend – eine Linde gepflanzt werden, um den Charakter eines neuen Dorfangers zu verstärken.

Dorfschmiede

Der Abriss und der Einbau einer Heizung ins Fachwerkhaus an der Straßenecke mit seinem charakteristischen Dachüberstand sollen weitere 25.000 Euro kosten. Sanierung und Herrichtung der Fassaden und Räume im Innern sind mit 50.000 Euro veranschlagt und sollen in den Jahren 2015 und 2016 erfolgen. Da der Zustand des Hausinnern nicht so schlecht ist, könnten die drei künftigen Nutzer aber schon im nächsten Jahr einziehen, meint der Bürgermeister.

Im angrenzenden Fachwerkhaus, das jetzt ebenfalls Eigentum der Gemeinde ist, ist die noch voll eingerichtete frühere Dorfschmiede untergebracht. Sie soll komplett erhalten und beispielsweise zum Heimatfest im Schaubetrieb öffnen.

Hinter dem großen Schaufenster nebenan möchte Paul den „Rüstigen Rentnern“ eine Bleibe anbieten. Die fleißige Truppe Niester Männer macht sich mit vielen ehrenamtlichen Arbeiten bei der Verschönerung Niestes nützlich. Insgesamt soll das Vorhaben gut 100.000 Euro kosten, wobei Paul mit starker Förderung durch das laufende Dorferneuerungsprogramm rechnet. Außerdem wollen die künftigen Nutzer der Gebäude kräftig selbst mit zupacken und Sanierungs- und Verschönerungsarbeiten eigenhändig erledigen.

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