Fuldatal plant Kooperation mit dem Landkreis

Gebäude für 1,3 Millionen Euro mit 100 Betreuungsplätzen

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So könnte der Neubau aussehen: Nach den Plänen des Kaufunger Architekten Joachim Döring würde das eingeschossige Haus Platz für vier Gruppen mit bis zu 100 Schülern bieten. Das Gebäude ist barrierefrei und könnte bei geringeren Schülerzahlen zum Beispiel auch für die Seniorenarbeit genutzt werden.

Fuldatal. Die Gemeinde Fuldatal will ein Haus für die Betreuung von Grundschülern in Ihringshausen bauen. Dies beschlossen die Fraktionen einstimmig während ihrer Sitzung am Mittwochabend.

Geplant ist ein eingeschossiges Gebäude mit 581 Quadratmetern Fläche für vier Gruppen mit 100 Plätzen. Derzeit kalkulierte Baukosten: 1,3 Millionen Euro. Das Haus soll auf einem Grundstück neben der Ludwig-Emil-Grimm-Schule errichtet werden.

Dies sei der dritte Versuch, die Betreuung von Schulkindern in Ihringshausen auf sichere Füße zu stellen, meinte Bürgermeister Karsten Schreiber, der die Pläne vorstellte. Zunächst hatte die Gemeinde ein Haus von der evangelischen Kirche gekauft, um dort den Hort unterzubringen. Wegen Schadstoffbelastungen eignete sich das Gebäude aber nicht. Dann sollte die Turnhalle neben der Schule aufgestockt werden. Wovon aus bautechnischen Gründen Abstand genommen wurde.

Für diese Variante, bei der eine Betreuung von 50 Kindern vorgesehen war, hatte die Kommune Kosten von 840.000 Euro kalkuliert. 55.000 Euro sind laut Schreiber für Planungen, Baugrunduntersuchungen und Entschädigungen bereits ausgegeben worden. Für den jetzt geplanten Neubau gebe es somit einen Mehrbedarf von 518.000 Euro. Die Finanzierung, für die die Gemeinde Kredite aufnehmen muss, soll anteilig der Landkreis Kassel übernehmen.

Denn mit den Bauplänen gibt es laut Bürgermeister ein neues Konzept. Der klassische Hort wäre Geschichte, das neue Angebot heißt erweiterte Grundschulbetreuung. Dadurch können den Eltern für ihre Kinder flexiblere Betreuungszeiten auch unterhalb von vier Stunden pro Tag angeboten werden.

Mit dem neuen Konzept würden die bisherige Schul- und die Hortbetreuung zusammengeführt, Gemeinde und Landkreis Kassel als Schulträger Partner. Dieser habe nach Vorgesprächen seine Bereitschaft signalisiert, sagte Schreiber.

Wie hoch letztlich der finanzielle Anteil des Kreises ist, sei Gegenstand weiterer Verhandlungen, eine entsprechende Entscheidung des Kreistages vorausgesetzt. Sollte die Grundschule zu einer Ganztagsschule werden, soll der Kreis den jetzt geplanten Neubau gegen einen finanziellen Ausgleich von der Gemeinde übernehmen, so die Fuldataler Fraktionen.

An einem Neubau geht nach Meinung des Bürgermeisters kein Weg vorbei. Denn durch den Zuzug junger Familien steige in Ihringshausen die Zahl der Schüler. Und auch der Bedarf an Betreuung, wie eine Elternbefragung ergeben habe.

Der Argumentation folgten die Fraktionen, die auch in der Kooperation von Gemeinde und Landkreis den richtigen Ansatz sahen. Mit dem neuen Haus würden das Hort-Provisorium und die damit verbundenen Kosten beendet. Seit zwei Jahren zahlen Gemeinde und Landkreis für Hort-Container 3100 Euro monatlich an Miete.

Von Michael Schräer

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