Neues VW-Logistikzentrum: Keine langen Wartezeiten für Fahrer mehr

Baunatal. 50 Prozent der angepeilten Materialmenge für die Produktion werden bereits im neuen Cross Dock von VW zwischen Kirchbauna und Rengershausen umgeschlagen.

Bis November will das Unternehmen in dem für 50 Mio. Euro gebauten Komplex bei 100 Prozent sein.

Das riesige Logistikzentrum mit 50.000 Quadratmetern Fläche entstand, um den Betrieb auf dem eigentlichen Werksgelände effizienter zu gestalten und Platz für den Bereich Elektromobilität zu gewinnen.

Werkleiter Prof. Dr. Hans-Helmut Becker ist darüber hinaus aber auch dies wichtig: Die Bedingungen für die Fahrer der anliefernden Lkw werden besser. Diese müssen nicht mehr stundenlang aufs Abladen warten, müssen nicht mehrere Entladestationen im Werk ansteuern. Sie haben nun einen kleinen Aufenthaltsbereich, dort gibt es Toiletten und Automaten mit Verpflegung. „Mit den langen Wartezeiten hat es ein Ende, das ist meine Botschaft an die Fahrer“, sagt Becker.

Lkw-Steuerstelle: Fahrer Karl-Heinz Koppitz meldet seine Ladung bei VW-Mitarbeiterin Stefanie Heger an.

Er geht davon aus, dass sich damit auch die Lage am Werk bei Kirchbauna unterhalb des Südtors entspannt. Dort stehen ständig Sattelzüge, und es kommt öfter zu gefährlichen Situationen, wenn die großen Fahrzeuge rangieren. Mittelfristig, so Becker, müsse man auch den Abtransport der im Werk produzierten Komponenten neu regeln. Aber erst einmal ist die Anlieferung von Material im Visier.

150 Lkw pro Tag sollen künftig in das Cross Dock rollen statt zurzeit maximal 80. 64 Shuttle-Lkw der Logistikfirma Lit, die am Kirchbaunaer VW-Gelände ansässig ist, bringen später täglich 3500 Behälter mit Material ins Werk. Noch rollen diese Lkw über öffentliche Straßen, weil eine Baustelle den Weg über VW-Areal versperrt. Ende September soll das Hindernis aber verschwunden sein, sagt Architekt Stefan Stiegel vom Kasseler Büro RSE. Es plante neben dem Cross Dock auch die Erweiterung des OTC 4 und leitet alle Bauarbeiten.

Mehrere hundert Meter misst die geschlossene Fassade des Cross Dock entlang der Wolfsburger Straße. Im Mai begann hier der Probelauf, seit einem Monat herrscht Normalbetrieb – wenn auch noch nicht auf vollen Touren.

Das neue Logistikzentrum von VW in Baunatal

Lkw – zumeist Sattelzüge – fahren nach der Anmeldung an der Steuerstelle in die sogenannte Kalthalle mit zehn Ladebuchten plus einigen Reserveplätzen und docken rückwärts an. Gabelstapler rollen auf einem Podest – einem Hafenkai ähnlich – an die Lkw heran, um zu entladen. Von dort geht es in die nächste Sauberkeitszone, wo ein zweiter Gabelstapler das kurz zwischengelagerte Material übernimmt. Er bringt die Ware an ihren eigentlichen Platz. Alles wird durch EDV gesteuert, die auch vorgibt, wann das Material nach möglichst kurzer Zeit auf automatische Laderampen transportiert und in die Shuttle-Lkw bugsiert wird.

Rubriklistenbild: © Jünemann

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