Dorferneuerung begann mit Bestandsaufnahme – Bürger arbeiten an Konzept mit

Neues Zentrum für Nieste

Platz für neues Zentrum: Anfang Februar wurde mit dem Abriss des früheren Landgasthauses „Zum Niestetal“ begonnen. Hier soll ein modernes Einkaufszentrum für Nieste entstehen. Archivfoto: Wohlgehagen/nh

Nieste. „Die Lage ist gut. Und dies soll auch so bleiben“, sagt Edgar Paul (SPD), Bürgermeister in Nieste. Um das Ziel zu erreichen, erarbeitet die Gemeinde gemeinsam mit Helsa ein integriertes kommunales Entwicklungskonzept (IKEK).

Es ist Teil des Dorferneuerungsprogramms des Landes Hessen, in das die beiden Gemeinden Ende 2012 aufgenommen wurden. Das Konzept wird gemeinsam mit den Bürgern entwickelt, das Förderprogramm ist auf zehn Jahre angelegt.

In einer Auftaktveranstaltung im Dorfgemeinschaftshaus Nieste wurden jetzt mit einem Dutzend interessierter Einwohner Projektideen gesammelt und Schwerpunkte für das Konzept diskutiert.

Wichtigstes Ziel in Nieste ist es, ein modernes Ortszentrum zu schaffen. Die geplante neue Ortsmitte wird von dem Förderprogramm profitieren. Entstehen soll laut Bürgermeister Paul eine Einkaufspassage mit Lebensmittelgeschäft, Teeladen, Metzger, Bäcker, Drogerie, Physiotherapie, Sparkasse, Café und Imbiss. Eine Apotheke sei wünschenswert. Neue Parkplätze und die Nutzung des Brunnenbereichs für Marktstände sollen das Konzept abrunden. „Damit können wir die Nahversorgung für unsere Bürger sichern“, sagt Paul.

Die Ansprechpartner: Architektin Uschi Bankert (von links) und Stadtplaner David Benjamin helfen bei der Erarbeitung eines Entwicklungskonzepts für Nieste. Sie leiteten die Auftaktveranstaltung mit Bürgermeister Edgar Paul. Foto: H. Kothe

Die Bestandsaufnahme hat gezeigt, dass Nieste auch über die Nahversorgung hinaus über eine gute Infrastruktur aus Vereinen, Kindergarten, Grundschule, Jugendclub, Sport- und Freizeitanlagen, Ärzten und öffentlichem Nahverkehr verfügt. Dies zu erhalten, sei Ziel für die Zukunft. Denn davon profitierten Familien. „Nur mit einem solch guten Angebot bleiben wir für sie als Wohnort mit hoher Lebensqualität attraktiv“, betont Paul.

Kritik wurde von Bürgern am DSL-Netz in Nieste geübt. Es sei zu langsam. Für den privaten Gebrauch reiche es zwar aus. Wer jedoch aus beruflichen Gründen eine schnelle und stabile Verbindung in das weltweite Netz brauche, sei nicht zufrieden. Zwar gibt es die Möglichkeit, auf den Standard LTE umzustellen – aber nicht überall in der Gemeinde. „Hier besteht Handlungsbedarf“, sagt Paul. Eine interkommunale Lösung sei nötig, um LTE flächendeckend und bezahlbar anbieten zu können.

Entwicklungspotenzial Wandertourismus

Entwicklungspotenzial bietet der Wandertourismus in Nieste: Hier verfüge man über gute Angebote durch ein ausgezeichnetes Wanderwegenetz und Attraktionen wie die Wanderschule, Tramwandertouren oder die Königsalm.

Das hat sich herumgesprochen, nicht nur die Nordhessen kommen nach Nieste, um sich in der Natur zu erholen. Das Manko: Der Nachfrage von Reisegruppen kann man nicht gerecht werden. Zu wenig Zimmer stehen in Gasthäusern und Ferienwohnungen zur Verfügung. „Wir haben dafür leider nicht die Kapazität“, sagt Paul.

Das Entwicklungskonzept könnte eine Chance sein, Voraussetzungen zu schaffen, um den Wandertourismus weiterzuentwickeln.

Von Helga Kristina Kothe

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