Besucher informierten sich bei Hoffest über die Kommune Niederkaufungen

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Fachsimpeln über Käse: Jan Stielike (von links) , Margret Eitel und Anne Schäfer scheauen Frank Nürnberger aufmerksam zu.

Kaufungen. Käse im Supermarkt kaufen, das ist einfach. Doch Käse selber machen, das ist eine Kunst – beim Hoffest der Kommune Niederkaufungen interessierten sich viele Gäste dafür.

Frank Nürnberger wird von einem Besucherpulk umlagert, als er die Molke in seinem großen Bottich aufrührt und Tipps zur Käseherstellung gibt. Anne Schäfer, die in der Nachbarschaft wohnt, schreibt eifrig mit. Sie möchte Ziegenkäse selbst herstellen, Kuhmilch vertrage sie nicht. Jan Stielike aus Kassel ist auch für Käse Marke Eigenbau: „Ich habe schon Frischkäse mit Zitronensäure hergestellt“, sagt der junge Mann.

Beim Hoffest der Kommune Niederkaufungen gibt es für Besucher immer etwas zu entdecken, beispielsweise einen Herd, der allein mit der Kraft der Sonne funktioniert. In der Kommune lernen Interessierte, wie man ihn baut.

Viele sind neugierig, wie es sich in einer Gemeinschaft von 60 Erwachsenen und 20 Kindern denn so lebt und arbeitet

Zu den Neugierigen gehört Karin Sprenger aus Kaufungen. Sie ist mit ihrer Freundin zum ersten Mal beim Hoffest und nimmt sich aus dem Hofladen ein Stück Bärlauchkäse mit. „Der sieht sehr gut aus. Jetzt will ich wissen, ob der auch so gut schmeckt“, sagt sie.

Jonglage humorvoll präsentiert: Gerd der Gaukler (rechts) lockte mit seinen Kunststücken etliche Besucher zum Hofffest. Abends spielten mehrere Bands aus der Region.

Jürgen Weinmeister aus Kassel stöbert zum ersten Mal im Hofladen der Kommune, packt Gurken und Möhren ein. „Hier ist es nicht so hektisch wie in der Kasseler Markthalle“, sagt er. Er findet es gut, dass die Kommune einheimische Produkte anbietet.

Landwirtschaft, Selbsterntegärten und gesundes Essen sind aber nur ein Wirtschaftsbereich der Kommune, wenn auch ein sehr wichtiger. Daneben beschäftigen sich die Mitglieder mit energieeffizientem Bauen. Es gibt eine Schreinerei, Metallwerkstätten, einen Kindergarten und eine Tagespflegeeinrichtung für demenzkranke Menschen. „Wir haben eine Warteliste“, sagt Astrid Wolf. Die Kommune stehe für eine intensive, individuelle Betreuung.

Die Gemeinschaft steht auch für das Ziel, andere Wege des Zusammenlebens auszuprobieren und andere von den Erfahrungen profitieren zu lassen. Gemeinsam wird gewirtschaftet und entschieden. Das konnten sich die Besucher bei den Führungen erklären lassen.

Wenn das Erdöl zu Ende geht, könnte sich auch das Zusammenleben außerhalb der Kommune verändern, könnten die Menschen enger zusammen rücken. Diese Vision hat zumindest die Initiative „Kaufungen gestaltet Zukunft“, die von der Kommune mitinitiiert wurde.

Von Peter Dilling

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