Feier mit 630 Gästen

Neujahrsempfang in Baunatal - Demografischer Wandel als Hauptthema

Mit guter Laune und Optimismus: Helga Heine, Maritta Bachmann, Hannelore Grabe (SGT Baunatal), Heinz Bachmann (GSV Eintracht Baunatal), Gastronom Karsten Koppelin und Erhard Grabe (SGT) beklatschten den Auftritt der Rockband „Revolver“. Fotos: Dilling

Baunatal. Die Bagger rollen im neuen wie im alten Jahr, die Innenstadt verändert ihr Gesicht, Sporthallen werden runderneuert und die Gewerbesteuereinnahmen sprudeln. Das ist für eine Stadt Grund genug, sich selbst ein bisschen zu feiern. 

Das taten die Baunataler auch während ihres Neujahrsempfangs in der Stadthalle am Samstag. Fackeln vor dem gerade fertig gewordenen, großzügig verglasten Foyer, ein opulentes kaltes Buffet und ein rockiger, mitreißender Auftritt der Band „Revolver“ bewiesen, wie gut es der Stadt geht.

Wenn da nicht das Gespenst des Schrumpfens und Alterns wäre. Es sterben mehr Bürger als geboren werden, ganze Landstriche drohen zu veröden. Das stellt auch den Landkreis Kassel vor Probleme. Und viele aus der Region, die Rang und Namen haben, schauen dabei gespannt auf Baunatal. Das bewies der Andrang von 630 Gästen aus Wirtschaft, Kommunalpolitik, Vereinen und Kultur.

Trotz glänzender Bilanz müsse man sich auch in Baunatal dem Wandel mit langfristigen Konzepten frühzeitig stellen. Das machte Bürgermeister Manfred Schaub (SPD) in seiner Ansprache deutlich. Denn trotz der gerade brummenden Produktion im Volkswagen-Werk dürfe man nicht darauf bauen, dass es ständig nur aufwärts gehe. Deshalb gelte es, die „aktuell entspannte finanzielle Lage“ zu nutzen, um Bestehendes zu erhalten und fit für die Zukunft zu machen.

Der demografische Wandel berge gerade für kleine und mittlere Städte Chancen, dem Gespenst des Schrumpfens Paroli zu bieten, sagte die Braunschweiger Wissenschaftlerin Dr. Annett Steinführer, Gastrednerin und Expertin für den ländlichen Raum, „Doch demografischer Wandel kann und muss gestaltet werden - nicht mit einmaligen oder immer neuen Ideen, sondern mit Verlässlichkeit von Politik, mit Familienfreundlichkeit, Barrierefreiheit und Toleranz gegenüber Anderslebenden“, meinte die Forscherin. Dazu gehöre auch der Mut, Experimente zu wagen und sich veränderten Situationen anzupassen.

Junge Familien gehen dorthin, wo die Wirtschaft blüht, Bildungschancen zahlreich sind und die Umgebung Lebensqualität hat. Wenn dieser Rahmen stimmt, können nicht nur Baunatal, sondern auch die Stadt Kassel und der Landkreis von Zuwanderungen profitieren.

Da waren sich Schaubs Kollegen und Freunde, Oberbürgermeister Bertram Hilgen und Landrat Uwe Schmidt einig. Er hoffe, dass Baunatal dabei weiter Zugpferd für den ganzen Landkreis bleibe, meinte Letzterer. Aus Sicht von Steinführer stehen die Chancen dafür nicht schlecht. Baunatal sei gut für die Zukunft gerüstet.

Von Peter Dilling

Bildergalerie zum Neujahrsempfang:

Neujahrsempfang der Stadt Baunatal

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