Stadt Baunatal und Gemeinde Schauenburg prüfen weitere Bereiche für Interkommunale Zusammenarbeit

Neun Punkte für die Rathaus-Ehe

+
Eheschließung: Neun Punkte der Zusammenarbeit wollen die Kommunen Baunatal und Schauenburg prüfen und damit enger zusammenrücken. Eine Kooperation der Standesämter gibt es übrigens bereits seit vielen Jahren.

Baunatal / Schauenburg. Gibt es bald eine Ehe zwischen den Kommunen Baunatal und Schauenburg? Ordnungsamt, Bücherei, Gemeinschaftshäuser, Bauhof und weitere fünf Bereiche der Verwaltung könnten jedenfalls enger kooperieren.

Die Punkte der Interkommunalen Zusammenarbeit sollen bis Mitte August intensiv untersucht werden.

Es gehe nicht darum, damit Stellen in den Verwaltungen einzusparen und Mitarbeiter zu versetzen, erläutern Baunatals Bürgermeister Manfred Schaub (SPD) und Schauenburgs Bürgermeisterin Ursula Gimmler (CDU) einhellig. So könnten durchaus Beschäftigte in beiden Rathäusern sitzen und an einem gemeinsamen Bereich arbeiten. Im Fall von Krankheit, so Schaub, könnte man sich beispielsweise gegenseitig vertreten. „Wir wollen einfach effizienter werden.“

Natürlich gehe es letztendlich auch um Einsparungen für den Haushalt, räumt Schaub ein. So könnten Maschinen für Bauhöfe und Feuerwehr gemeinsam genutzt werden. Als Beispiel nennt er die im sanierten Baunataler Feuerwehrstützpunkt geplante Testanlage für Atemschutzgeräte. „Die nutzen die Schauenburger Wehren auch. Die müssen dann nicht mehr extra mit ihren Geräten zur Landesfeuerwehrschule fahren.“

Die Kooperation der Kommunen soll keine Einbahnstraße sein. Beide Beteiligten sollen Aufgaben übernehmen. Dort, wo ein Bereich angesiedelt wird, erhöhe man gleichzeitig die Fachkompetenz der Mitarbeiter, erläutert Baunatals Rathauschef.

Und das sind die Punkte im Einzelnen:

• Ordnungswesen: Der bestehende Gewerbeprüfdienst soll möglicherweise durch das Hilfspolizeiwesen ergänzt werden.

• Stadtbücherei: Da bereits zahlreiche Einwohner Schauenburgs schon jetzt als Leser in Baunatal registriert sind, soll eine echte vertragliche Bündelung des Angebots geprüft werden.

• Verwaltung von Gemeinschaftshäusern: Vermietung und Unterhaltung sollen möglicherweise zusammen betreut werden.

• Personalverwaltung: Beide Kommunen nutzen schon jetzt das gleiche Programm „ekom 21“, eine gemeinsame Lohn- und Gehaltsabrechnung soll geprüft werden.

• EDV und Telekommunikation: Bündelung fachlicher Kompetenz zur Betreuung der Technik sowie der Telekommunikation.

• Kassenverwaltung: Schon jetzt nutzen beide Kommunen das Programm „ekom 21“, Kassengeschäfte könnten gemeinsam getätigt werden.

• Baubetriebshof: Gemeinsame Organisation des Winterdienstes, gemeinsam Nutzung des Maschinenparks, Grünpflege sowie Unterhaltungs- und Reparaturarbeiten sollen geprüft werden.

• Technische Leistungen im Feuerwehrdienst: Zusammenarbeit im neuen Feuerwehrstützpunkt in Baunatal soll geprüft werden.

• Vergabeplattform Nordhessen: Mit dem Landkreis und der Stadt Kassel betreibt Baunatal seit Jahren eine gemeinsame elektronische Vergabeplattform. Diese könnte um Schauenburg erweitert werden.

Nach der Sommerpause sollen der Baunataler Magistrat und der Gemeindevorstand Schauenburg über die einzelnen Punkte entscheiden.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.