415 000 Euro Planungskosten notwendig

Vellmarer Stadtverordnete diskutierten über Sanierung des Rathauses

Der Dino: Das Vellmarer Rathaus (Fotos) war eines der ersten Gebäude, das in der neuen Stadtmitte in den 70er-Jahren gebaut wurde. Hier der noch unverstellte Blick von der Baustelle der Einkaufspassage auf das Verwaltungsgebäude. Foto: Dilling / Archivfoto: Breiter / nh

Vellmar. Das Architektenbüro „KM - karampour + meyer“ aus Ahnatal hat den Zuschlag für die Planungen zur Sanierung des Vellmarer Rathauses bekommen. Fünf Bewerber waren nach der europaweiten Ausschreibung in die engere Wahl gekommen, schließlich machte KM das Rennen.

Am Montag nahmen die Vellmarer Stadtverordneten die Entscheidung des Magistrats, der die Auswahl unter Begleitung einer Kommission vorgenommen hatte, zur Kenntnis. Mit der Vorlage eines Sanierungsvorschlags rechnet Stadtverordnetenvorsteher Gerald Herber (SPD) frühestens in einem Jahr.

„Wir beginnen bei null“, versprach Bürgermeister Dirk Stochla (SPD). Dies vor dem Hintergrund, dass Teile eines ursprünglichen Sanierungskonzepts für das Verwaltungsgebäude, die in einem Masterplan zur Erneuerung Vellmars enthalten waren, in einem Bürgerentscheid vom November 2011 gekippt wurden.

„Wir beginnen mit den Planungen bei null.“

415 000 Euro - veranschlagt waren im Haushalt 2012 noch 300 000 Euro - müssen für die Planung aufgebracht werden. Darin enthalten sind die Kosten für die ersten drei Leistungsphasen, in denen unter anderem der Umfang der Sanierung ermittelt und damit auch eine Kostenkalkulation erstellt werden soll. Die CDU sah in den Mehrausgaben angesichts des noch nicht verabschiedeten neuen Etats einen Verstoß gegen das Haushaltsrecht. „Wir werden die Kommunalaufsicht einschalten“, kündigte Fraktionschef Dr. Burkard Müller an. Die SPD-Fraktion bestritt den angeblichen Verstoß vehement.

Nicht einigen konnten sich die Fraktionen über die Einsetzung einer Begleitkommission aus den Mitgliedern des Bauausschusses, den Mitgliedern der bisherigen Vergabekommission und Experten aus der Verwaltung, die den Planern von KM zur Seite stehen sollen. Nach einer Sitzungsunterbrechung wurde die Einsetzung der Begleitkommission schließlich mit der Mehrheit der SPD gegen die Stimmen von CDU und Grünen beschlossen. Michael Stöter sicherte aber im Vorfeld der Abstimmung zu, seine Partei werde dennoch in dem Gremium konstruktiv mitarbeiten.

Die Grünen scheiterten mit ihren Anträgen, das Planungsverfahren einstweilen zu kippen. Sie befürchten, dass die 10,3 Millionen Euro Kosten aus der früheren Studie wieder im Spiel sind. Eine „Kernsanierung“ könne sich die Stadt nicht leisten, argumentierte Dr. Erich Fehr. Seine Forderung, zunächst ein weiteres „unabhängiges“ Ingenieurbüro mit einem Gutachten zu beauftragen und die Kommission erst dann zu bilden, wenn Stochla alle Details des erfolgten Vergabeverfahrens auf den Tisch gelegt habe, lehnten sowohl SPD wie CDU ab.

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