Früherer SPD-Politiker Reinhard Höppner las im Bürgerhaus

Nicht-Mögliches denken

Profunder Kenner: Reinhard Höppner las aus seinem Buch „Wunder muss man ausprobieren. Der Weg zur deutschen Freiheit“. Foto: Grigoriadou

Lohfelden. Wie konnte es passieren, dass der Staat DDR wie ein Kartenhaus zusammenfiel? Deutsche Geschichte in kurzen Geschichten stellte Reinhard Höppner (SPD) in Lohfelden rund 40 Gästen im Bürgerhaus vor.

„Wunder muss man ausprobieren. Der Weg zur deutschen Freiheit“, so heißt das Buch, das der Vizepräsident der ersten frei gewählten DDR-Volkskammer und spätere Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, vorstellte.

Der Mauerfall und die Menschen, die dahinter stecken,

sind Thema seines Buches. „Es ist keine Abrechnung“, stellte Höppner klar. „Und es ist wichtig, dass vor allem junge Menschen wissen, was vorgefallen ist.“ Das Buch des studierten Mathematikers macht Geschichte durch kleine Geschichten deutlich.

Friedensdekaden und -gebete, Demonstrationen, Symbole und Widerstände kamen wieder auf. Reinhard Höppner ließ seine Zuhörer an seinen Erfahrungen und seiner eigenen Vergangenheit teilhaben. „Gelegentlich muss man das Nicht-Mögliche denken“, sagte Höppner. „Denn, wenn etwas nicht gedacht wird, dann ist es auch nicht möglich.“

Auch über die Ängste der DDR-Führung wusste der Autor zu berichten. „Große Angst hatten die Staatsoberhäupter vor allem vor denen, die innerhalb der DDR für Veränderungen sorgen wollten. Nicht alle Menschen wollten raus.“

In Erinnerung ist ihm und seiner Familie vor allem die Demonstration in Dresden geblieben. „Das Aufeinandertreffen der Protestierenden und der Staatsgewalt war wichtig.“ (pgr)

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