Abzocke mit Verkaufsfahrt: Das rät die Polizei

Torsten Werner, Pressesprecher der Polizei, zu dubiosen Gewinnversprechungen

Baunatal. Ein Einzelfall ist das wahrlich nicht: Unser Leser Gerd Wolfgang Roth aus Guntershausen erhielt ein Schreiben mit der Ankündigung eines Gewinns von 1500 Euro. Allerdings: Er müsse an einer Fahrt teilnehmen, um das Geld zu erhalten.

Doch hatte Roth an keinem Gewinnspiel teilgenommen. Er vermutet Abzocke bei einer Verkaufsfahrt und moniert zudem, dass es keine Möglichkeit gebe, den Veranstalter per Telefon oder anderweitig zu erreichen. Was tun, wenn man ein solches Schreiben erhält? Unsere Redakteurin Ingrid Jünemann fragte Torsten Werner, Pressesprecher im Polizeipräsidium Nordhessen.

Herr Werner, was sagt die Polizei zu einem solchen Gewinnschreiben?

Torsten Werner: Solche Gewinnversprechen sind selten das Papier wert, auf dem sie gedruckt sind! Trotz wiederholter Warnungen vor günstigen Kaffeefahrten oder zweifelhaften Gewinnversprechen fallen leider immer noch viele Menschen, insbesondere Senioren, darauf herein und müssen erkennen, dass nicht die versprochene Besichtigung oder Gewinnausschüttung, sondern eine Werbeveranstaltung im Vordergrund steht.

Was erwartet die Teilnehmer solcher Fahrten?

Werner: Bei diesen Veranstaltungen mit geschulten Verkaufspersonen werden meist minderwertige Produkte zu überteuerten Preisen verkauft. Wer sich dennoch für einen Kauf entscheidet, sollte wichtige rechtliche Voraussetzungen für ein Rücktrittsrecht beherzigen. A und O der Kaufverträge sollten eine Firmenanschrift und ein Datum zur Unterschrift sein. Windige Geschäftemacher datieren nicht selten Verträge zurück, um das 14-tägige Rücktrittsrecht zu unterlaufen. Oder sie verschleiern den Adressaten, und der Geprellte kann das Rückgaberecht erst gar nicht geltend machen.

Wie also damit umgehen?

Werner: Wer solche oder ähnliche Gewinnversprechen per Post oder E-Mail bekommt, sollte sich fragen, ob er überhaupt an einem Preisausschreiben oder Gewinnspiel teilgenommen hat. Darüber hinaus hat in der heutigen Zeit niemand etwas zu verschenken, Misstrauen sollte oberste Priorität haben. Wer sich auf solche Gewinnversprechen trotzdem einlässt, sollte anschließend nicht enttäuscht sein, wenn er anstatt eines Gewinnes lediglich billigen Krams für teuer Geld angedreht bekommt. Archivfoto: Schindler

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