Ortsbildprägendes Fachwerk-Ensemble in Nieste steht komplett leer - Idee: Museum

Paul plant neues Konzept für leerstehendes Fachwerk

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Das Herzstück von Niestes Fachwerkschätzen: Die Gebäude an der Hauptstraße stehen nun komplett leer, neue Nutzungsmöglichkeiten müssen gefunden werden. Die alte Dorfschmiede ist noch voll funktionsfähig, wird aber nur noch zum Heimatfest in Betrieb genommen.

Nieste. Fünf große Fachwerkbauten prägen das Bild von Niestes Dorfmitte – und seit einiger Zeit stehen sie komplett leer, nachdem die letzte Bewohnerin ins Altenheim umgezogen ist. Es wird hohe Zeit, Pläne zu schmieden, was mit den fast 300 Jahren alten, denkmalgeschützten Häusern geschehen soll.

Bürgermeister Edgar Paul (SPD) will dafür eine seit Jahren gehegte Idee neu beleben: In den Häusern, die auch die komplett funktionstüchtige historische Dorfschmiede beherbergen, könnte eine Außenstelle des Kaufunger Regionalmuseums „Alte Schule“ eingerichtet werden.

Einmalige Giebellandschaft

Zunächst will Paul das Gespräch mit den Hausbesitzern suchen und hören, was die für Pläne haben. Könnte Einigkeit über einen Kauf der Häuser durch die Gemeinde erzielt werden, müssten Verhandlungen mit Kaufungen über eine Museums-Zweigstelle in Nieste folgen.

Die seit vielen Jahren ungenutzte Scheune mit ihrer einmaligen Giebellandschaft wollte Paul schon vor Jahren ins Freilichtmuseum Hessenpark verpflanzen lassen, bekam dafür jedoch keine Genehmigung der Denkmalschutzbehörde. Der Grund: Die Scheune steht auf Resten der mittelalterlichen Mauer, die die Kirche umgab.

Fotostrecke: Fachwerk in Hieste

Fachwerkhäuser in Nieste

Paul würde gern die Dorfschmiede aus dem Jahr 1717, die heute nur beim Heimatfest und zu besonderen Anlässen reaktiviert wird, in den Mittelpunkt des Museums stellen. An verschiedenen Stellen des Dorfes seien zudem jede Menge Fundstücke aus der Geschichte gelagert, mit denen sich eine Spinnerei, eine Webstube und eine komplette Schusterwerkstatt aus vergangenen Jahrhunderten bestücken lassen würde.

Museumsverein gründen

Inschrift: Kaum noch lesbar ist die Inschrift über dem Rundbogeneingang zur alten Dorfschmiede aus dem Jahr 1717. 

Mit Leben erfüllen ließe sich dies aber nur, wenn ehrenamtliche Kräfte mitziehen. Pauldenkt da an die sehr agile Gruppe rüstiger Rentner, die schon heute bei vielen Gelegenheiten der Dorfverschönerung und bei Pflegearbeiten handfest zupackt. Mit ihr, so die Hoffnung des Verwaltungschef, könnte ein Museumsverein gegründet werden, der die Öffnung der Außenstelle zu bestimmten Zeiten sichern könnte.

Das alles ist freilich noch Zukunftsmusik. Denn darüber ist sich Paul im Klaren: „Die fünf Fachwerkhäuser dauerhaft zu sichern und zu erhalten, wird ein hartes Stück Arbeit.“

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