Flugzeugabsturz bei Nieste: Schlechtes Wetter war wohl Ursache

Nieste/Staufenberg. Schneefall und schlechte Sicht über dem Kaufunger Wald könnten die Ursache für den Absturz einer Privatmaschine vom Typ Piper PA 28 RT am Karfreitag nahe der Passhöhe Umschwang zwischen Nieste und Kleinalmerode gewesen sein.

Dabei war der 68-jährige Pilot aus Sömmerda getötet worden.

Das schlechte Wetter als Ursache - diesen Schluss lässt der Zwischenbericht der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) in Braunschweig zu, der am Donnerstag veröffentlicht wurde. Darin zitieren die Ermittler die Aussage eines anderen Piloten, der mit seiner Maschine nur sieben bis acht Minuten Minuten vor dem Unglücksflugzeug auf der gleichen Route über das bergige Gebiet geflogen war.

Video: Flugzeugabsturz bei Nieste

Laut BFU-Bericht berichtete der Flugzeugführer von „unerwarteten Wetterbedingungen“. Den Angaben des Mannes zufolge geriet die Maschine in einen Schneeschauer, „in dem er keine Sicht mehr hatte und die Tragflächen seines Flugzeuges zu vereisen begannen“.

Tatsächlich hatte es am Morgen des 3. April geschneit, noch den ganzen Tag über lag in dem ausgedehnten Waldgebiet im hessisch-niedersächsischen Grenzgebiet Schnee. In einem Gutachten des Deutschen Wetterdienstes, das die Flugunfallermittler angefordert hatten, ist von „kompakter tiefer Bewölkung mit nur geringen Lücken“ auf der Flugstrecke von Kassel nach Sömmerda die Rede.

Video: Bergung des Flugzeugwracks

Die Wetterexperten gehen in ihrer Expertise davon allerdings davon aus, dass beim Abflug in Kassel-Calden „wohl ausreichende Wetterbedingungen“ herrschten. Die Hypothese, dass der Pilot, der aus Sömmerda stammt, bei schlechtem Wetter die Orientierung verloren haben könnte, wird durch Zeugenaussagen gestützt.

So habe sich am Karfreitagmorgen um 9.08 Uhr ein Zeuge bei der Polizei gemeldet und erklärt, er habe im Kaufunger Wald bei Kleinalmerode ein „aufheulendes Motorgeräusch“ und anschließend ein Krachen wahrgenommen. In diesem Zusammenhang habe der Zeuge darauf hingewiesen, dass in dem Gebiet „dichter Nebel“ herrsche.

Auch gegenüber der HNA hatten am Tag des Absturzes mehrere Zeugen von entsprechenden Witterungsverhältnissen berichtet. Einen technischen Defekt an der 24 Jahre alten Piper hatten die Ermittler bereits kurz nach dem Absturz verneint. Eine Obduktion der Leiche des Piloten hatte ergeben, dass dieser beim Aufschlag des Flugzeugs noch lebte.

Hintergrund

Die am Karfreitag abgestürzte abgestürzte Piper war erst tags zuvor, also am 2. April, bei der Niederlassung des Flugzeugherstellers in Calden auf ihre Lufttüchtigkeit überprüft worden. Mit dem Flug über den Kaufunger Wald wollte der Pilot die 24 Jahre alte Maschine zu ihrem Heimatflughafen im thüringischen Sömmerda zurückbringen. Dem 68-Jährigen gehörte das einmotorige Flugzeug seit September 2013. Der Pilot hatte laut BFU mit der Piper 34 Starts und eine Flugzeit von knapp 18 Stunden absolviert.

Bergung des Flugzeugwracks im Kaufunger Wald

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