Unglücksstelle ist geräumt

Flugzeugwrack aus Kaufunger Wald wurde geborgen

Nieste/Staufenberg. Das Wrack des am Karfreitag im Kaufunger Wald zwischen Nieste und Kleinalmerode abgestürzten Kleinflugzeugs ist am Mittwochvormittag geborgen und abtransportiert worden.

Es ist ein unwegsames und steiles Gelände im niedersächsischen Staatsforst, eine knappe Fußstunde vom Wanderparkplatz Umschwang entfernt. 19 Feuerwehrleute aus Sichelnstein, Uschlag und Escherode sammeln an der Unglücksstelle die Teile der völlig zertrümmerten Piper 28 RT zusammen.

Es ist ein Bild der Zerstörung. Ein leichter Benzingeruch hängt in der Luft. Auf einer Fläche von 500 Quadratmeter verstreut liegen weiße Aluteile, ein Bugrad ragt in die Höhe, der Pilotensitz hängt an einer Fichte. Der Motor ist geborsten, die Heckflosse ist relativ unversehrt, der Propeller nur an den Spitzen verbogen,

Abrasierte Baumspitzen

Das Flugzeug hat im 45-Grad-Winkel eine Spur durch den 60 Jahre alten Buchenbestand gezogen: abrasierte Baumspitzen, abgetrennte Äste, abgeschälte Rinde, dann ein Loch im Boden. Hier ist die Flugzeugnase aufgeschlagen. Die Wucht des Aufpralls muss gewaltig gewesen sein. Ein Teil des Flugzeugs prallte ab, schleuderte 20 Meter über einen Waldweg und blieb vor einer Fichte liegen.

Es ist eine ruhige, konzentrierte Atmosphäre. Die meist jungen Feuerwehrleute unter der Führung von Einsatzleiter Hans-Jürgen Stock packen die kleinen Fundstücke in schwarzen Bottichen zusammen. Aus dem Tank in der Tragfläche werden noch 20 Liter Flugbenzin aufgefangen. Polizeibeamte sammeln persönliche Dinge des Piloten in einer Plastiktüte.

Bergung des Flugzeugwracks im Kaufunger Wald

Dann hört man das 195 PS starke Rückefahrzeug, das sich den steilen schlammigen Weg zur Unglücksstelle hinaufquält. Die breiten Reifen drehen durch, nur dank seiner Ketten gelangt er zur Unglücksstelle in 480 Meter Höhe am Mühlenberg. Mit einem Greifarm hievt er die Teile auf die Ladefläche. Nach einer Stunde sind alle Teile auf einen Container geladen, sie werden verschrottet.

Das Absperrband ist beseitigt, die Unglückstelle geräumt. Nichts mehr deutet darauf hin, dass hier vor wenigen Tagen der 67 Jahre alte Pilot aus Thüringen den Tod gefunden hat.

Die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) und die Polizei haben ihre Ermittlungen vor Ort abgeschlossen, sagt Polizeihauptkommissar Hagen Riese vom Kommissariat Hann. Münden. Nun sollen die Obduktion und weitere polizeiliche Ermittlungen Aufschluss über die Ursache geben.

Die Unglücksstelle liegt in einem Wasserschutzgebiet, doch das Umweltamt des Landkreises Göttingen hat dem Vernehmen nach keine Bedenken wegen Verunreinigung durch Öl oder Benzin. Man werde die Aufprallstelle aber noch auf Benzin im Boden untersuchen und die Erde gegebenenfalls austauschen, sagt Förster Jörg Behling von der Revierförsterein Nonnenholz. Dann zieht auch er ab.

Der Wald gehört wieder den Tieren. Ein Reh springt über den Weg. Die Vögel zwitschern in den Bäumen.

Archivbilder und ein Video von der Absturzstelle:

Flugzeugunglück bei Nieste: Die Absturzstelle im Wald

Lesen Sie auch:

- Flugzeug bei Kleinalmerode abgestürzt - Pilot tot aufgefunden

- Nach Flugzeugunglück: Bericht zu Absturz erst in einigen Wochen

- Flugzeugunglück: Bereits 1913 stürzte Ballonfahrer im Kaufunger Wald ab

Schlagworte zu diesem Artikel

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken, um Missbrauch zu vermeiden.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.