Famillienunternehmen Wema Gewürze

Niester Firma mischt Gewürze aus der ganzen Welt

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Markus Schmelz am Herzstück des Unternehmens: Wöchentlich werden in der Edelstahltrommel bis zu 30 Tonnen Gewürze für die Fleischindustrie komponiert. Jedes Rezept ist einmalig für den jeweiligen Kunden.

Nieste. Der Oregano kommt aus der Türkei, Knoblauch, Thymian und Chilli aus China, Paprika aus Spanien, Kerbel aus Deutschland und Salbei aus Brasilien: Über 40 Gewürze aus der ganzen Welt versammeln sich in dem nagelneuen Gebäude in Nieste und werden hier nach geheimen Rezepten für jeden Kunden individuell gemischt.

Seit der Gründung des Familienunternehmens im Jahr 1984 durch Werner und Marga Schmelz, deren erste Silben ihrer Vornamen der Wema Gewürze Gmbh zum Namen verhalfen, war der Gewürzhändler in Niestetal ansässig. Doch weil die angestrebte Zertifizierung nach dem International Fruit Standard (IFS) höchste Anforderungen an Hygiene, Sicherheit und Kontrolle stellte, die am alten Standort nicht zu erreichen waren, siedelte Wema im November vergangenen Jahres in den neu gebauten Firmensitz im Niester Gewerbegebiet um.

Weit über eine Million Euro hat die Familie Schmelz investiert und sich damit ideale Voraussetzungen dafür geschaffen, jede Woche bis zu 30 Tonnen exklusive Gewürzmischungen vor allem für die Fleischindustrie zu kreieren.

„Noch nie eine Reklamation“ 

Zuständig dafür ist Juniorchef Markus Schmelz (40). Der gelernte Fleischermeister und Lebensmitteltechniker komponiert die Mischungen seit mittlerweile 20 Jahren und beliefert damit ausschließlich industrielle Kunden in ganz Deutschland, aber auch in Spanien, Griechenland und Lettland. Und er macht diese Arbeit mit Stolz: „Wir hatten noch nie eine Reklamation.“

Sie führen die Verwaltung: Angela Schmelz (links) und Seniorchefin Magda Schmelz, die zusammen mit ihrem Mann Werner 1984 die Wema Gewürze GmbH in Niestetal gründete.

In der schmucklosen, aber blitzsauberen Wema-Halle lagern die Gewürze in großen Säcken. Die zentnerweise in die große Mischmaschine aus Edelstahl zu wuchten, ist auch körperlich herausfordernd. Markus Schmelz bewältigt diese Arbeit mit Hilfe von zwei Vollzeit- und zwei Teilzeitkräften. Die Verwaltungsarbeit besorgt Ehefrau Angela und auch das Gründerpaar packt noch mit an. Immer wieder fragt auch mal eine Hausfrau nach frischen Gewürzen, doch mit Tütchen im Küchenformat kann Wema nicht dienen. „Unsere kleinste Packungseinheit wiegt 25 Kilogramm“, lacht Markus Schmelz. Im Herbst allerdings soll sich das ändern, dann macht Schmelz als Zugeständnis an die neue Firmenheimat eine Ausnahme: Für den Edeka-Markt in Nieste will er eine Mischung für Hausschlachtungen pfundweise abfüllen.

Zum Umsatz macht er keine Angaben, aber das Geschäft läuft so gut, dass er jetzt schon über einen Anbau nachdenkt. Größere Investitionen sind aber zunächst nicht geplant. Markus Schmelz: „Wir gehen jetzt erst mal auf Sicherheit und werden etwas Substanz schaffen für den nächsten Schritt.“

Der könnte durchaus langfristig sein: Angela und Markus Schmelz haben drei 14, 12 und sieben Jahre alte Söhne - und vielleicht ist da ja ein künftiger Gewürzmischer dabei.

Von Thomas Stier

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