Geschoss musste gesprengt werden

Keine alte Flasche: Waldarbeiter hielt Granate in der Hand

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Granate am Fundort an der Landstraße zwischen Nieste und Kleinalmerode.

Nieste. Bei Waldarbeiten fand ein Mitarbeiter des Forstamts Kaufungen eine Mörsergranate aus dem Zweiten Weltkrieg. Doch zuerst hatte er sie für eine alte Flasche gehalten.

Die Granate war noch so gefährlich, dass der Kampfmittelräumdienst anrücken musste. Wie die Polizei am Donnerstag mitteilte, war der Mann am Mittwoch an der Landstraße zwischen Nieste und Kleinalmerode – etwa 80 Meter südlich der Straße und auf hessischer Seite – unterwegs. Dort fand er das Geschoss unter Laub in dichtem Buschwerk. Der Forstmitarbeiter glaubte erst, eine Flasche gefunden zu haben und hob das Fundstück hoch.

Granate in der Hand

Als er merkte, dass es sich offenbar um einen Blindgänger aus dem Krieg handeln könnte, legte er die Granate sofort an die Seite, hielt Abstand und informierte die Polizei.

Die schickte ein Handyfoto an die Beamten vom Kampfmittelräumdienst. Und der bestätigte, dass es sich tatsächlich um eine Granate handelte. Vor Ort entschieden die Entschärfer, dass ein Transport zu gefährlich und eine Sprengung an Ort und Stelle nötig sei. Sie sperrten die Landstraße und sprengten die Bombe gegen 20 Uhr.

"Sprengung klang wie starker Gewehrschuss"

Niestes Bürgermeister Edgar Paul (SPD) war unfreiwillig nah dran am Geschehen: Wie er mitteilte, sei er nach einer Sitzung mit seinen zwei Hunden im Jagdrevier zwischen Wengebachtal und Niestetal spazieren gegangen.

Doch konnte er nach dem Gang sein Revier nicht verlassen, weil der Weg zur Landstraße im von der Polizei abgesperrten Gebiet lag. Die Sprengung habe laut Paul wie ein starker Gewehrschuss geklungen.

„Ein neue Weltlage“

Für den Rathauschef sei ein solcher Kampfmittelfund in und um Nieste „eine neue Weltlage“, denn ihm sei so etwas in seiner Amtszeit noch nicht untergekommen. Ob es am Fundort im Zweiten Weltkrieg zu Gefechten gekommen ist, konnte Paul nicht sagen. Er wisse lediglich von Gefechten, die an der Niester Königs-Alm in Richtung Kaufungen stattgefunden haben sollen.

Das bestätigte auch Gustav Krumme (91) aus Nieste, der den Zweiten Weltkrieg erlebte. Innerorts habe es laut Krumme durch Fliegerbomben Schäden gegeben.

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