Für jeden ein offenes Ohr

Nieste: Altbürgermeister Heinrich Holzhauer ist tot

Starb mit 77 Jahren: Heinrich Holzhauer. Foto: Wohlgehagen / nh

Nieste. Die Menschen in Nieste trauern um ihren Altbürgermeister: Heinrich Holzhauer ist am vergangenen Freitag im Alter von 77 Jahren in der Lungenfachklinik in Immenhausen gestorben.

Der Sozialdemokrat, der noch bis vor wenigen Monaten aktiv am Gemeindeleben des knapp 2000 Einwohner zählenden Orts teilnahm, starb an den Folgen einer schweren Krankheit.

Holzhauers Nachfolger im Bürgermeisteramt, Edgar Paul (SPD), zeigte sich im Gespräch mit der HNA erschüttert von der Todesnachricht. „Wir verlieren mit dem Verstorbenen ein überaus geschätztes Mitglied unseres Ortes“, sagte der Verwaltungschef. Holzhauer habe durch sein „ausgeprägtes Verantwortungsbewusstsein“ und sein Engagement über viele Jahre wesentlich die Geschicke der Gemeinde Nieste geprägt.

Heinrich Holzhauer hatte von 1983 bis 2001 an der Spitze der kleinsten selbstständigen Gemeinde in der Region gestanden. In seine Amtszeit fiel der Neubau der Sportanlagen, die Modernisierung des Kanalsystems und die Erschließung des Neubaugebiets Helser Weg. Nach dem Ausscheiden machten ihn die Niester zu ihrem Ehrenbürgermeister. Lange bevor der in Elgershausen geborene Holzhauer ins Amt kam, war der gelernte Rechtsanwaltsgehilfe bereits eine feste Größe in der Niester Kommunalpolitik. Drei Legislaturperioden war er Mitglied der Gemeindevertretung, leitete den Haupt- und Finanzausschuss. Dass Holzhauer „die Niester Sorgen und Probleme kennt“, wie die HNA im Mai 1983 vor seinem Amtsantritt schrieb, hatte auch mit seinem vielfältigen Engagement in den Niester Vereinen und Verbänden, der evangelischen Kirchengemeinde sowie als Vorsitzender des Ortsgerichts zu tun.

Holzhauer, der vor dem Wechsel auf den Chefsessel in Nieste als Verwaltungsangestellter und Amtsvormund bei der Kreisverwaltung arbeitete, war stets nahe dran an den Menschen, hatte für jedermann ein offenes Ohr. Die viel beschworene Bürgernähe lebte er ganz selbstverständlich. Noch als Bürgermeister studierte er mit dem Jugendrotkreuz Theaterstücke ein. Für die Kinder war er nicht der Herr Bürgermeister, sondern einfach Onkel Heinz. Jahrelang stand Holzhauer an der Spitze des Roten Kreuzes im Kreis Kassel. Gutes zu tun, war dem Mann, der politisch das Florett dem Schwert vorzog, eine Herzensangelegenheit.

Heinrich Holzhauer hinterlässt seine Ehefrau, zwei Töchter und vier Enkel. Die Trauerfeier findet zu einem späteren Zeitpunkt in Nieste statt.

Von Peter Ketteritzsch

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