Gedeckter Tisch für Pollensammler

Jung-Imkerin aus Nieste kümmert sich um 100.000 Honigbienen

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Zufriedene Nachwuchsimker: Heidi und Marco Lichte kontrollieren eine Wabe. Angst vor den Bienen haben sie nicht, denn das Volk ist auf friedliches Verhalten gezüchtet. Marco Lichte beruhigt die Bienen außerdem mit einem speziellen Rauch.

Nieste. Gänse schnattern, Hühner gackern, die Pferde wiehern, Hunde und Katzen leben einträchtig nebeneinander: „Wir sind sehr tierlieb“, sagt Marco Lichte. Mit seiner Frau Heidi hat er rund um die ehemalige Revierförsterei bei Nieste mitten im Wald einen Traum von Garten gestaltet.

Hier fühlen sich auch die jüngsten Mitbewohner wohl, drei Bienenvölker.

Im hinteren Teil des großzügigen Gartens stehen drei grüne, mit Styropor isolierte Kunststoffkästen, in denen es heftig brummt, wenn man das Ohr daran legt: Etwa 100 000 Honigbienen kann man hier bei der Arbeit zuhören - und auch zusehen, wenn Heidi Lichte eine der Waben aus den Kästen nimmt, die der Fachmann Beute nennt. Die Bienen füllen die Matrix der Waben fleißig mit Honig. In Kürze wollen die Lichtes ihren ersten Honig schleudern. 150 Gläser haben sie für die Ernte in diesem Jahr schon vorbereitet. Mit 30 bis 40 Kilo Honig rechnen sie. Mehr als man essen kann. „Da können wir auch noch Honigwein machen“, sagt Marco Lichte.

Angst vor Varroa-Milbe

Seit Jahren habe sie sich mit dem Gedanken getragen, Bienen zu halten, sagt Heidi Lichte. Doch da war die Angst vor der Varroa-Milbe, dem Bienenkiller schlechthin. Als die Volkshochschule jedoch letzten Herbst einen Grundkurs in Imkerei anbot, besuchten ihn die Lichtes aus Neugier. Und fingen schnell Feuer. „Nach der Theorie wollten wir in die Praxis reinspringen“, erzählt Heidi Lichte. Unterstützung bekamen sie von dem Kaufunger Imker Hilmar Henkel. „Er ist auch jetzt noch unser Bienenpate“, sagt die Jung-Imkerin. Dieser habe sie beruhigt, als an einem heißen Tag plötzlich alle Bienen in Trauben an den Kunststoffkästen hingen. „Denen war es einfach drinnen zu heiß“, erzählt Lichte.

Blütenpracht am Haus: Hier finden die Honigbienen einen reich gedeckten Tisch. Fotos: Dilling

Die Lichtes mögen es ordentlich, und das auch im Garten. Wildnis ist ringsum schon genug. Doch Heidi Lichte zeigt, dass es gar nicht so schwer ist, einen gepflegten Garten zu haben, der zugleich den Bienen einen reich gedeckten Tisch bietet. In einer Ecke neben dem Wintergarten wachsen Nelken, Erdbeeren in Ampeln, Bidens und Calendula. Bienen und Hummeln sammeln in den wilden Margeriten und Geranien, die sich über dem Garteneingang ranken, Pollen und Nektar. Ein Steinhaufen bietet auch wilden Mauerbienen ein bequemes Quartier. Die Dächer sind überwuchert mit Pflanzen, deren Blüten ein Festessen für Bienen bedeuten. Es sei schade, dass es immer mehr Steingärten gebe, sagt die Imkerin.

In Schulen gehen

Ihr Traum sei es, sagt Heidi Lichte, später einmal in Schulen zu gehen, und den Kindern zu zeigen, wo der Honig auf ihrem Brot herkommt.

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