Sieben Anlagen sind schon fertig

Kaufunger Wald: Windpark Kreuzstein nimmt Gestalt an

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Blick auf den Windpark Kreuzstein: Sieben der geplanten acht Windkraftanlagen ragen im Kaufunger Wald schon in die Höhe.

Nieste. Wenn Spaziergänger oder Radfahrer die Wanderwege hinter der Königsalm in Nieste aufsuchen, kann es ihnen passieren, dass sie auf ein Umleitungsschild stoßen.

Einige Wege sind gesperrt und für schwere Transportfahrzeuge, die Material zum Windpark Kreuzstein im Kaufunger Wald befördern, hergerichtet.

Kurz hinter der Königsalm – rechter Hand – kann man erahnen, welche Ausmaße das Ganze hat. Der sogenannte Logistikplatz ist fast leer geräumt. Auf dem riesigen Areal stehen derzeit nur zwei Schwertransporter, die mit Naben beladen sind, an die später die Rotorblätter montiert werden. Alles andere Material, das hier zwischengelagert wurde, liegt bereits auf den noch wenigen Baustellen.

Nach fast sieben Kilometer Fahrt durch den Wald ist die erste Baustelle erreicht. Ursprünglich waren es mal acht. Drei Windräder sind schon in Betrieb und versorgen Haushalte mit Strom. An zwei Baustellen sind die äußeren Arbeiten abgeschlossen, Fertigstellung soll nach Angaben des Pressesprechers der Städtischen Werke Kassel, Ingo Pijanka, Ende Juli sein. „Wir liegen genau im Zeitplan. Zum Glück gab es nur leichte Verzögerungen, die uns aber keinen Kummer bereiten“, führt er weiter aus. Auch gäbe es keine finanziellen „Ausrutscher“, meinte Pijanka. „Wir liegen gut im Budget.“ Genauere Angaben wollte er allerdings nicht machen.

Die Arbeit ist getan:„Der Blaue“ Kran wird abgebaut.

Geschäftsführer der Windpark Kreuzstein GmbH & Co. KG, Tobias Eigenbrod, meinte dazu: „Wir sind sicher, dass wir Ende des dritten Quartals alle Windräder am Netz haben.“ In Spitzenzeiten tummeln sich zirka 100 Bauarbeiter auf den Baustellen. Gesprochen wird dort oft Englisch. Die Besetzung ist international.

Derzeit ist man damit beschäftigt, einen Kran abzubauen. Der Umzug zur nächsten Baustelle ist nötig, weil nur „Der Blaue“, wie er genannt wird, in der Lage ist, tonnenweise Gewicht bis auf eine Höhe von 145 Metern hinaufzuwuchten. Eine knappe Woche dauert der Ab- und erneute Wiederaufbau. Umzugskartons findet man hier keine. Spricht man hier von Gewichtsangaben, dann sind immer gleich Tonnen gemeint.

In 145 Metern Höhe: Der Kran holt sich die Nabe, die dann am Getriebe der Anlage verankert wird.

Auf Platz fünf ist ein „Blauer“ in Aktion. Windräder mit einer Länge von 57 Metern und 28 Tonnen Gewicht liegen bereit. Als Erstes muss aber die Nabe montiert werden. Der Kranführer wirkt in seinem Stahlkoloss wie ein Legomännchen. Präzisionsarbeit, Schwindelfreiheit und immer den Helm auf – so lautet hier die Devise.

Um den Bürgern den Windpark näher zu bringen, ist für den 20. August ein „Tag der offenen Tür“ geplant. Besucher können von 12 bis 16 Uhr mit Shuttlebussen von Helsa und Großalmerode aus direkt zu den Windrädern fahren.

Von Lutz Herzog

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