Hohe Schäden im Sommer - Gutachter prüft

Nieste bei Starkregen weiterhin von Zerstörungen bedroht

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Unwetter sorgen für zusätzliche Kosten im Haushalt: Die Wassermassen fluteten auch den Eingangsbereich des Supermarktes in Nieste (großes Foto). Das Bild oben rechts zeigt den Bereich Kesselgraben, wo Asphalt weggebrochen ist. Das untere Bild ist an der Koianlage entstanden. Dort ist ein Geländer gekippt.

Nieste. Vollgelaufene Keller, ein überfluteter Supermarkt, kaputte Straßen: „Schäden, wie wir sie bisher nicht kannten“, sagt Bürgermeister Edgar Paul.

Er spricht über den diesjährigen Sommer, in dem Nieste mehrmals von Wassermassen getroffen wurde.

Doch ist die Gemeinde laut Paul auch in Zukunft nicht sicher vor Zerstörungen durch Regen. „Man kann nichts dagegen machen.“ Denn in Nieste sei nicht Hochwasser, das durch den Bach verursacht wird, das Problem. Dagegen könne man zum Beispiel mit Auffangbecken reagieren. Sondern: „Große Wassermassen, die punktuell auf den Boden treffen, machen uns zu schaffen.“ Es habe Tage gegeben, an denen im Neubaugebiet landunter, am Hang dagegen nichts von Regen und Unwetter zu spüren gewesen sei. „Solche Blitzereignisse habe ich noch nie erlebt. Der Regen ist heruntergekommen, als hätte man eine einzelne Wolke vorbeigeschickt.“

Wie sehr die Wassermassen auf den Boden gedrückt haben, wird zum Beispiel an einem Wirtschaftsweg im Bereich Kesselgraben deutlich. „Dort sind die Schotterschichten unterhalb des Teers weggespült worden“, erklärt Paul. Dadurch seien Hohlräume entstanden „und der Asphalt ist eingebrochen“. Der Weg ist zurzeit teilweise gesperrt und kann auf der beschädigten Strecke nicht mehr befahren werden.

Ähnliche Situationen an der Koianlage: Auch dort ist eine Straßendecke in Mitleidenschaft gezogen worden. „Dort muss nun die Straße wieder befestigt und eine Stützmauer errichtet werden“, sagt Paul.

An der Friedrich-Ebert-Straße im alten Ortskern ist ein metertiefes Loch im Asphalt entstanden – der Bereich ist zurzeit ebenfalls abgesperrt. „Wir wissen überhaupt nicht, wo das weggespülte Material hin ist und was genau die Unterspülungen verursacht hat“, sagt Paul.

Um das herauszufinden, war jetzt ein Gutachter vor Ort. Er sollte prüfen, ob die Schäden vom Abwasser- oder Frischwassersystem herrühren. „Dann ist auch klar, durch welche Kostenstelle der Schaden bezahlt wird.“

Aber: Egal, wie die Prüfung ausgeht, am Ende muss der Bürger bezahlen. „Entweder über die allgemeinen Steuern oder den verlängerten Arm der Abwassergebühr.“ Die Gemeinde erwartet die Ergebnisse in Kürze.

Insgesamt sind durch den Starkregen in Nieste Schäden in Höhe von etwa 50.000 Euro entstanden. Diese belasten die Haushaltskasse der Gemeinde zusätzlich.

Archivvideo: So heftig treffen Nieste die Überschwemmungen

Archivvideo: Supermarkt in Nieste überschwemmt

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