Nieste: SPD-Bürgermeister Edgar Paul freut sich auf CDU im Parlament

Rotes Dorf: Seit vier Jahren sitzen nur Sozialdemokraten im Gemeindeparlament. Doch könnte sich das zur nächsten Kommunalwahl ändern. Die CDU wird wieder eine Liste präsentieren. Repro: HNA

Nieste. Nieste ist rot - zu 100 Prozent. Und das schon seit vier Jahren. „Ich bin froh, dass das bald vorbei ist", sagt Edgar Paul (SPD), Bürgermeister von Nieste.

Er fiebert der nächsten Kommunalwahl am 6. März 2016 regelrecht entgegen - weil er keine Lust mehr hat auf ein Ein-Fraktionen-Parlament. Er sagt das, obwohl er selbst Sozialdemokrat ist.

Edgar Paul

Tatsächlich sind alle 15 Sitze im Gemeindeparlament von SPD-Leuten besetzt, ebenfalls im Gemeindevorstand - mit einer Ausnahme. Seit März 2011 hat hier Karin Würfel als einzige CDU-Politikerin einen Platz. Doch nicht, weil sie dort hineingewählt worden wäre. Bürgermeister Paul hatte ihr damals den Sitz überlassen, damit wenigstens ein Gremium mit einer CDU-Stimme besetzt ist. „Eine nette Geste“, sagt Würfel heute. „Aber es hat nichts gebracht.“ SPD also überall. „Ein Segen ist das nicht“, sagt Paul. Jetzt freut er sich, dass die Opposition bei der nächsten Wahl „wahrscheinlich wieder ins Parlament einziehen wird“. Der Grund: Die CDU Nieste hat wieder Listenkandidaten gewinnen können. Genau daran hatte es im Wahljahr 2011 gefehlt. So war die CDU damals am 27. März erst gar nicht angetreten.

„Wir sind sehr zuversichtlich, dass wir es 2016 schaffen werden“, bestätigt der CDU-Kreisvorsitzende Frank Williges. Nach intensiver Suche hätten sich nun wieder ausreichend Kandidaten gefunden. Allerdings sei die Liste noch inoffiziell.

Frank Williges

Am Mittwoch, 9. September, will der CDU-Ortsverein alle Kandidaten einladen und auf ihre künftigen Aufgaben vorbereiten. „Wir wollen diese Chance nutzen“, sagt Karin Würfel. „Das CDU-Wählerpotenzial in Nieste liegt bei 25 bis 30 Prozent. Es wäre schade, wenn wir dieses Potenzial nicht nutzen, nur weil Listenkandidaten fehlen.“

Doch damit sei nun Schluss. Schwierig sei die Suche gewesen, sagt Würfel. Immer mehr Menschen interessierten sich nur noch für Privates statt für öffentliche Themen. „Das Problem haben alle Parteien“, sagt Würfel. Wenigstens habe der CDU-Ortsverein unter der vierjährigen politischen Abstinenz nicht gelitten. „Demokratie lebt von Auseinandersetzung.

Und die gibt es nur, wenn es eine Opposition gibt“, sagt Bürgermeister Paul. Und so bewertet er die vergangenen vier Jahre als „Unfall“. Tatsächlich sei eine öffentliche Auseinandersetzung viel leichter zu handhaben als die mögliche Unzufriedenheit von Wählern, die sich durch ihr Parlament nicht vertreten fühlen. „Ist nur eine Partei am Drücker, fehlen die anderen Perspektiven, Ideen und Sichtweisen, die den politischen Prozess ja erst ermöglichen“, sagt Paul. „Ich freue mich, wenn die CDU wiederkommt.“

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