Dort soll Dorfplatz entstehen

Historische Scheune in Nieste wird abgerissen

Nieste. Mit voller Wucht reißt der Bagger an den Holzstreben, staubende Strohballen fallen herunter, Brocken aus der Fassade knallen auf den Boden. Die alte Scheune in Nieste wird jetzt nach und nach abgerissen.

Sie weicht einem neuen Dorfplatz, der vor der mittelalterlichen Kirchenmauer entstehen soll. Dieser ist Teil des Dorferneuerungsprogramms der Gemeinde, dessen Finanzierung nun offiziell besiegelt wurde.

Das Nahversorgungszentrums in Niestes neuer Mitte auf dem Gelände des ehemaligen Gasthauses „Zum Niestetal“ ist endgültig in trockenen Tüchern: Die Europäische Union und das Land Hessen fördern das 2,9 Millionen Euro teure Projekt mit Zuschüssen von mehr als 900 000 Euro.

Kurzclip: Scheune wird abgerissen

Für das Nahversorgungszentrum selbst - mit Lebensmittel- und Getränkemarkt, Bankfiliale und einer kleinen Einkaufspassage - fließen 849 600 in die Gemeinde, für die Gestaltung der Außenanlagen mit Dorfplatz und Pkw-Stellplätzen zusätzlich 77 700 Euro.

„Es ist schon etwas Außergewöhnliches, wenn ich für eine Maßnahme der Dorfentwicklung eine Zusage in dieser Höhe geben kann“. Durch die nachhaltige Förderung werden der Mut und die Entschlusskraft der kleinsten Gemeinde im Landkreis Kassel als Bauherr gewürdigt, sagte Landrat Uwe Schmidt (SPD). Er bezeichnete die räumliche und vertragliche Einbindung des Edeka-Marktes, der Kasseler Sparkasse, der Bäckerei Hermann und eines Lotto-Toto-Ladens mit Postdienstleistungen als ein kreatives Modell einer öffentlich-privaten Partnerschaft.

„Das ist ein glücklicher Moment für unsere kleine Gemeinde“, sagte Bürgermeister Edgar Paul (SPD). Er kündigte den Baustart für den 1. Dezember dieses Jahres an. Paul würdigte die gute Zusammenarbeit mit der Gemeinde Helsa in der Dorfentwicklung, kritisierte aber, dass sich zahlreiche private Bauvorhaben in Nieste unnötig verzögerten, weil das Land bei der Bewilligung von Fördergeld im Verzug sei. „Die Leute wollen ihre Fachwerkhäuser sanieren, es kommt aber kein Geld rüber“, kritisierte Paul. Dorfentwicklung sei Innenentwicklung, die eine Förderung von Projekten auf der grünen Wiese ausschließe, unterstrich Peter Nissen. Es sei richtig gewesen, das denkmalgeschützte, aber baulich marode frühere Gasthaus Ketzer für eine zukunftsorientierte Nahversorgung in der Ortsmitte aufzugeben und abzureißen, sagte der Leiter der Dorf- und Regionalentwicklung im Landkreis Kassel.

Alte Scheune in Nieste wird abgerissen

Beim Abriss der alten Scheune ist Präzisionsarbeit gefragt. Denn aufgrund der Nähe zur angrenzenden Kreisstraße sei besondere Vorsicht geboten, weiß Bürgermeister Edgar Paul. „Teilweise müssen die Streben mit der Hand abgenommen werden.“ Etwa 14 Tage werden die Arbeiten dauern, bis die alte Scheune abgerissen ist. Erst habe man überlegt das Gebäude zu erhalten, das sei jedoch zu teuer geworden, so Paul. Auf dem Dorfplatz, der dann vor der mittlelalterlichen Mauer entsteht, sind Sitzgelegenheiten und die Pflanzung einer Linde.

Von Carolin Hartung und Hans-Peter Wohlgehagen

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